Angeklagter droht mit "großem Richter"

Gauting - Völlig uneinsichtig reagierte ein Planegger auf eine Geldstrafe wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung: Er drohte dem Gericht mit dem "großen Richter", vor dem sich einst alle verantworten müssten.

Im August 2011 war der 68-Jährige war von einer Gautingerin angezeigt worden. Der Mann hatte die Frau am Ende des Gautinger Ortsteils Hausen überholt, obwohl er nach Ermessen des Gerichts überhaupt nicht sehen konnte, ob jemand entgegenkommt. Damals habe nur ihre Vollbremsung verhindert, dass der Planegger frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammenstieß, sagte die Frau vor dem Starnberger Amtsgericht aus. Sie habe sich an die Polizei gewandt, weil sich der Verursacher der lebensgefährlichen Situation nach dem Zwischenfall in hohem Tempo entfernt hatte.

Das Gericht stellte fest, dass das Überholen am Ortsausgang wegen nicht ausreichender Sicht als verkehrsgefährdend einzustufen war. Dagegen versuchte der Angeklagte, die Lage so darzustellen, dass er sich als einziger korrekt verhalten habe. Die Gautingerin habe beschleunigt, als er sie überholte, und der jäh daherkommende Gegenverkehr sei viel zu schnell gefahren.

Das Gericht wollte seiner Argumentation nicht folgen und verurteilte ihn zu 60 Tagessätzen à 60 Euro und sechs Monaten Fahrverbot. Der Planegger regte sich maßlos auf und verstieß sich zu der Drohung, dass auch Richterin Brigitte Braun und der Staatsanwalt eines Tages „vor dem großen Richter stehen“ und sich für ihr Tun „verantworten müssen, denn wir sind alle Kinder Gottes“.

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