Leere Busse fahren durch den Landkreis - das ist die Befürchtung aufgrund der Ausweitung des Angebots.

Neues Konzept

Angst vor Geisterbussen

Landkreis – Mit dem Buskonzept des Landkreises sollen mehr Orte angebunden werden. Doch mancherorts wird das Angebot kaum genutzt.

Hier und da werden sie gesichtet. Geisterbusse. Klingt unheimlich und ist es auch. Mehr denn je nämlich stehen die Ausgaben des Landkreises unter genauer Beobachtung. Und der investiert in ein neues Buskonzept, das schrittweise bis Dezember 2017 umgesetzt sein soll. Im vergangenen Dezember wurden zwölf neue Linien vergeben. Das Ziel: Mehr Anbindung, mehr Fahrten – bei natürlich höheren Ausgaben. Lohnen sich diese tatsächlich? Ein Urteil will sich Kreis-Verkehrsmanagerin Susanne Münster darüber noch nicht erlauben. „Nach Erfahrungswerten dauert es eineinhalb Jahre, bis eine neue Linie angenommen wird.“ Bei einer neu geschaffenen Linie gebe es gar „eine Probezeit von vier Jahren“. 

Verkehrsmanagerin Münster: "Es ist nur eine Frage der Zeit"

Neu im Bussystem des Landkreises ist Aschering, das zuvor keine Busverbindung hatte. Seit Dezember wird der Ort mit der Linie 982 von Starnberg aus im Stundentakt angefahren. Auf den ersten Blick also ein Erfolg – doch zur letzten Station Aschering fährt der Bus 982 offenbar oftmals ohne oder mit nur wenigen Fahrgästen. „Es braucht die Sichtbarkeit des Busses, damit die Leute das Angebot annehmen“, erklärt Münster und ist sich sicher: „Es ist nur eine Frage der Zeit.“ Bei der Strecke von Aschering nach Starnberg könnte der Faktor Zeit ebenfalls eine Rolle spielen. Offenbar stößt die lange Fahrdauer von 42 Minuten auf Missfallen bei manchen Fahrgästen. Mit dem Auto erreichen die Ascheringer Starnberg innerhalb einer Viertelstunde – mit dem Bus brauchen sie dreimal solange. 

Münster kündigt an: "Es kommt eine Welle, wo wir bewerben"

Noch, so Münster, habe sie keine genauen Fahrgastzahlen vorliegen. Dennoch betont sie: „Bei der Linie 982 sind wir weit entfernt von einem Geisterbus.“ Im Sommer woll sie eine Analyse machen. „Wenn es dann ein Überangebot gibt, prüfen wir die vertraglichen Gegebenheiten.“ Sprich: Ob es die Vereinbarung mit dem Betreiber zulässt, dass manche Strecken verschlankt werden. Das würde aber frühestens nach zwei Jahren gemacht werden und nur dann, „wenn es ganz, ganz schlecht läuft“. Denn: „Ich kann nicht einfach einen Streckenabschnitt herausstreichen. Dafür sehe ich im Moment auch gar keine Veranlassung.“ 

Damit sich die Zahl der Geisterbusse im Landkreis minimiert und auch die Bevölkerung das Gefühl bekommt, dass sich die Investitionen lohnen, will Münster agieren. „Da kommt eine Welle, wo wir bewerben. Wir empfinden das Produkt als sehr gut.“ Mit Anzeigen und Plakaten wolle man das künftig verdeutlichen. Münster kämpft für den Ausbau des Busnetzes im Landkreis. Das sei schon eine „Hausnummer. Für unsere Größe und Struktur bieten wir ein sehr, sehr gutes ÖPNV-Angebot an.“ Jetzt müssen also nur noch die Fahrgäste nachziehe

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