Niederschlagskontrolle: Heidi Weigert füllt die aufgefangene Regenmenge in einen Messbecher um. Foto: Rutt

Auszeichnung für Kraillinger Wetterbeobachterin

Krailling - Seit 25 Jahren führt Heidi Weigert gewissenhaft Buch über Regen und Schneefall. Vom Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur erhält sie dafür die Wetterdienstplakatte.

„Oma, es regnet!“ rufen ihre Enkel immer mal wieder, wenn sie merken, dass sich das Wetter geändert hat. Es ist ja auch wichtig für Heidi Weigert zu wissen, was sich so tut vor ihrem Fenster in Krailling – sie ist schließlich „Wetterbeobachterin“ für den Deutschen Wetterdienst.

Schon seit 25 Jahren macht sie das, weshalb sie am Freitag im Kraillinger Rathaus mit der „Wetterdienstplakette“ ausgezeichnet wird. Die vergibt der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur an Personen, die mit einer „guten Beobachtungsgabe und einem hohen Verantwortungsbewusstsein jahrzehntelang gewissenhaft das Wetter in ihrer Region überwachen“, wie es in einer offiziellen Mitteilung heißt.

Nie hat Heidi Weigert ihren Einsatz in der Früh verschlafen, im Urlaub lässt sie sich, wenn möglich, vertreten. Sie war auch nie in eine Beschäftigung so versunken, dass sie nicht gemerkt hätte, wenn draußen vor der Haustür die Sonne rauskam oder Wolken aufzogen. Wenn es noch regnete und sie ging ins Bett, schrieb sie auf: „Regen bis nachts“. Wobei sie „Regen“ mit einem Punkt abkürzte. Ein Stern stand für Schnee, ein Dreieck hieß Nebel. Einmal im Monat übertrug sie die Notizen auf ein DIN A 4-Formular, das reichte sie dann ein.

„Es ist schon eine Gewohnheit geworden und keine große Belastung“, sagt die vierfache Großmutter, die ihr genaues Alter nicht verraten will: „Ich bin über 70“. Auch am Wochenende steht sie eisern auf und geht dann halt wieder ins Bett nach Messung und Meldung von Regen und Schnee. Mehr muss sie inzwischen nicht mehr machen. Regenzeiten und andere Wettervorkommnisse werden nicht mehr erfasst. „Ich bin ein einfacher Niederschlagsmelder“, sagt sie und lächelt.

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