Mysteriöse Serie

Autowühler: Acht Fälle am Ammersee

Starnberg/Dießen - Langsam wird es unheimlich: Der Autowühler, der unversperrte Fahrzeuge durchsucht, hat wieder zugeschlagen – diesmal am Ammersee. Eine vergleichbare Serie gab es bisher nicht.

Wer sucht sich unversperrte Autos, um sie zu durchwühlen? Diese Frage stellen sich Starnberger Polizisten, und seit kurzem auch Beamte der Polizeiinspektion Dießen. Der unbekannte Autowühler hat nämlich dort zugeschlagen – und nicht nur einmal.

Der stellvertretende Dienststellenleiter der Dießener Polizei, Boris Netschajew, wundert sich nur über die Serie. Am vergangenen Wochenende, so stellte sich inzwischen heraus, war der Wühler am Ammersee aktiv. Für Netschajew ist es ganz klar ein Dieb, der auf der Suche nach Beute ist – und nur Bargeld will. In der Nacht auf Sonntag klapperte der Unbekannte Fahrzeuge in Eching ab und fand mehrere, die nicht abgeschlossen waren. In der Nacht auf Montag war der Wühler nach Schondorf weitergezogen. Auch dort durchsuchte er unversperrte Fahrzeuge. In einem Auto fand er einen Geldbeutel, den er sorgsam durchsuchte und 100 Euro Bargeld stahl. Danach legte der Unbekannte den Geldbeutel wieder an die richtige Stelle. Andere Wertgegenstände in den Fahrzeugen lässt er unbeachtet. Insgesamt weiß die Dießener Polizei von acht Fällen.

Das Motiv sind damit wohl geklärt, aber offenbar will oder kann der Unbekannte Fahrzeuge nicht aufbrechen. Das gilt auch für die bislang fünf Fälle am Starnberger See, nämlich in Niederpöcking, Starnberg und Söcking. Dort hatte der Unbekannte – es ist zwar nicht sicher, dass es sich um ein- und denselben Täter handelt, aber wahrscheinlich – auf Grundstücke gewagt, Garagen geöffnet und die Autos darin durchsucht. Gestohlen hatte er in diesen Fällen nichts, aber er wollte: In einem Auto fanden sich Radioteile aus einem anderen Fahrzeug.

Für Netschajew und seine Kollegen ist überraschend, wie viele Autos von ihren Eigentümern nicht versperrt werden – auch in der eigenen Garage nicht. Die sollte dann aber wenigstens verschlossen sein. Die Vorgehensweise klingt etwas nach einem mobilen Täter, einem Landstreicher beispielsweise oder vielleicht reisenden Bettlergruppen. Hinweise auf den oder die Täter hat die Polizei nicht; sie hofft auf Zeugen. In diesem Ausmaß sind Wühlereien in Autos neu. Kai Motschmann von der Starnberger Polizei kann sich an keine Häufung dieser Art erinnern – einzelne Fälle gab es aber immer mal.

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