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Jede Menge Segler aus dem Landkreis Starnberg wurden wieder vom BSV geehrt, unter anderem der Deutsche Bundesliga-Meister und Champions-League-Sieger DTYC Tutzing und der Olympiateilnehmer vom Segel-Club Wörthsee, Ferdinand Gerz (2. Reihe 4.v.l.). 

Bayerischer Segler-Verband lud ins Wolf-Ferrari-Haus nach Ottobrunn

Topleute ausgezeichnet

Jede Menge Segler aus dem Landkreis Starnberg wurden jetzt wieder geehrt.

LandkreisAm Ende wurde es richtig emotional, als Ferdinand Gerz der bayerischen Seglerfamilie offen seine Zuneigung gestand. „Das ist hier ein großes Stück Zuhause“, bekannte der Skipper des SC Wörthsee vor den Gästen bei der Meisterehrung des Bayerischen Segler-Verbandes (BSV) im Festsaal des Wolf-Ferrari-Hauses in Ottobrunn. Diese Worte rührten Joerg von Hoermann so sehr, dass er sich auf der Stelle bei seinem Segler bedankte: „Das geht hinunter wie Öl“, sagte der Präsident des BSV.

Diese Streicheleinheiten hatte von Hoermann auch dringend nötig, denn nicht überall im Freistaat stößt er auf so große Gegenliebe wie im Hause Gerz. So konnte der Präsident gerade mal ein gutes Drittel der Segler auszeichnen, die er zu seiner Veranstaltung eingeladen hatte. Selbst das Landsberger Tagblatt, das den Medienpreis des BSV erhielt, glänzte durch Abwesenheit.

So viel Nicht-Beachtung hatte der Verband nicht verdient, der für seine Geehrten und Preisträger wieder einmal eine äußerst würdige Feier ausrichtete. Aber vielleicht muss man auch einmal wie Gerz auf der Schattenseite des Lebens gestanden haben, um Zuneigung und Unterstützung aufrichtig zu schätzen, die der BSV so übers Jahr gewährt. „Ich bin persönlich darüber hinweggekommen“, kommentierte der Steuermann seinen elften Platz bei den Olympischen Spielen 2016 und gewährte einen seltenen Einblick in seine Seele. In diesem Augenblick ahnte man, dass seine Kampagne wohl nicht mit der letzten Wettfahrt in Rio vorbei gewesen ist, sondern noch ein langes Nachspiel hatte. Inzwischen kann Gerz jedoch seine Teilnahmen in Weymouth 2012 und in Brasilien auf der Habenseite seiner Karriere verbuchen, auch wenn er nicht diese Platzierungen schaffte, die er sich erhofft hatte. „Ich bin stolz auf alles, was ich erreicht habe.“

Gerz hinterließ jedenfalls einen sehr aufgeräumten und gelösten Eindruck, obwohl die eigentlichen Prüfungen für den BWL-Studenten, der im Herbst seinen Master machen will, noch anstehen. Weil Universität und Beruf vorgehen, wird man ihn wohl im nächsten Jahr bei der Meisterehrung vermissen, es sei denn, „ich werde mal für einen Sieg bei der Mittwochs-Regatta auf dem Wörthsee geehrt“. Oder der BSV legt Wert auf das Familienduell von Ferdinand gegen seinen Vater Wolfgang im Laser. „Vielleicht wird er mir ein Boot ausleihen“, spekuliert der Sohnemann, „wohl das schlechtere, wie ich ihn kenne“.

Gutes Material benötigen auch die vier Mannschaften aus dem Fünfseenland, die sich auf die Olympischen Spiele in Tokio vorbereiten. Dass sie ohne die Unterstützung des Sailing Team Germany auskommen müssen, das nur noch die Bundesliga betreuen wird, war ein weiteres großes Thema in Ottobrunn. Für Philipp Buhl, der neben Gerz als zweiter Olympionike die Feier schmückte, bedeutet dies aber keinen Weltuntergang. „Am Ende müssen wir der Situation etwas Positives abgewinnen“, forderte der selbstbewusste Allgäuer, der im Stützpunkt Kiel trainiert.

Dass dies möglich ist demonstrierten einige der Ausgezeichneten vom Starnberger See. Reinhard Schmidt vom Münchner Yacht-Club wurde bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften im Starboot Dritter, obwohl ihm als Berufstätigen kaum Zeit zum Trainieren bleibt. Und die Studenten vom Deutschen Touring Yacht-Club holten nicht nur zum zweiten Mal in Serie die Deutsche Meisterschaft, sondern auch noch die Champions League. „Der FC Bayern hat das nicht geschafft“, stellte Trainer Norbert Wagner verschmitzt fest. Auch ein Grund, sich bei den bayerischen Seglern richtig Zuhause zu fühlen.

Die Geehrten

Sonderehrung: Ferdinand Gerz (SC Wörthsee), 11. Platz bei Olympia und Kieler-Woche-Sieger im 470er.

Gold mit Kranz: Frank Weigelt (DTYC), Weltmeister Tempest; Michael Illbruck (BYC), Weltmeister Melges 20; Stephan Link (BYC), Vize-Europameister Drachen; Michael Lipp (DTYC), Vize-Europameister und IDM Drachen; Julian Stückl (DTYC), Weltmeister Farr 30.

Gold mit Halbkranz: Philipp Autenrieth (BYC), IDM 470er; Marcus Brennecke, Jochen Schümann (beide BYC), Dritter EM Drachen; Kristian Lenkmann, Valentin Müller (beide BYC), Team-Vize-Weltmeister Optimist.

Silber mit Kranz: Michael Schmoll (DTYC), IDM Dyas; Samuel Störr, Felix Kaiser (beide BYC), Int. Deutsche Jugendmeister 420er; Team DTYC, Deutscher Meister Segel-Bundesliga und Champions-League-Sieger.

Silber mit Halbkranz: Hannes und Maximilian Braun (beide MYC) sowie Christiane Serini (BYC), Österreichische Staatsmeister Drachen; Hans Peter Schwarz und Roland Kirst (Herrschinger Segelclub), Dritter IDM FD; Christof Wieland, Peter König, Thomas Scherer (alle BYC), Dritter EM Drachen Corinthian; Ingo Ehrlicher (BYC), Phil Blinn (DTYC), Dritter IDM Drachen; Markus und Stefanie Klug (beide BYC), Dritter IDM Korsar; Team BYC, Dritter Deutsche Segel-Bundesliga; Markus Wieser (DTYC), Vierter EM und Italienischer Meister Drachen; Frank Spöttel (WSC Starnberg), Dritter IDM und Erster Master Raceboard; Reinhard Schmidt (MYC), Dritter IDM Star.

Ehrenmedaille: Nico Jansen und Nicolas Corsi (beide BYC), Bayerische Meister 420er; Julian Sensch (BYC), Bayerischer Meister Optimist.

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