Die Deutschen Meister: Julian Stückl, Laura Fischer und DTYC-Teammanager Michael Tarabochia (v.l.). Fotos: hch/Mib

Bayerns beste Segler ausgezeichnet

Starnberg - 38 Segler aus dem Fünfseenland wurden bei der Meisterehrung des Bayerischen Seglerverbandes ausgezeichnet.

Der Bayerische Segler-Verband (BSV) musste einiges investieren, um die Erfolge der Skipper aus dem Fünfseenland in Gold und Silber aufzuwiegen. Insgesamt 38 Segler gehörten am Samstag zu den Ausgezeichneten bei der Meisterehrung des BSV, womit sich das Revier um den Starnberger und Ammersee wie schon so oft zur inoffiziellen Medaillenschmiede des Freistaates aufschwang.

Es hätte nicht einmal mehr des Einspielers bedurft, um den gut 200 Gästen im Festsaal des Wolf-Ferrari-Hauses in Ottobrunn deutlich zu machen, welch enormen Prestigeerfolg der Deutsche Touring Yacht-Club im vergangenen Jahr für die weiß-blaue Flotte errungen hat. Der Ruhm war den Tutzingern für den Gewinn der Deutschen Meisterschaft bereits vorausgeeilt. Die Zusammenfassung einer aufregenden Saison in 2:20 Minuten Film machten nur noch einmal deutlich, was der DTYC mit dem ersten Sieg eines bayerischen Bundesliga-Teams überhaupt geleistet hat.

Auch wenn nur Steuermann Julian Stückl und Laura Fischer die Crew vertraten, verströmten sie und Teammanager Michael Tarabocchia doch den Mannschaftsgeist, der die Oberbayern bis zum Titelgewinn an der Alster getragen hat. Tarabochia wurde deshalb auch nicht müde darauf hinzuweisen, dass sich seine Crew tatsächlich aus den 14 Seglern zusammensetzt, die neben der silbernen Meisterschaftsschale nun auch noch die silberne Ehrennadel vom BSV verliehen bekam. „Das ist alles Teil unseres Juniorenkonzepts“, wies Tarabochia auf den wichtigsten Aspekt des Tutzinger Triumphes hin.

Dass die Nachwuchsarbeit im Fünfseenland groß geschrieben wird, bestätigten nicht nur das jüngste Bundesliga-Team, sondern auch die anderen Vereine im Südwesten von München. Der Verband hatte genau Buch geführt über die Leistung der Jüngsten, die im Sommer praktisch vor der eigenen Verbandszentrale mächtig auftrumpften. Daniela Bartelheimer holte bei den nationalen Titelkämpfen in Utting Gold im Optimist. Und weil nicht nur im Segelclub Inning die Jugend einen großen Stellenwert besitzt, sondern auch im Bayerischen Yacht-Club, legte Kristian Lenkmann in der Wertung U13 nach.

Bartelheimer, die sich bei ihrem Heimspiel am Ammersee in überragender Form präsentiert hatte, verriet im Gespräch mit Moderator Axel Müller, wohin sie ihre weitere Zukunftsplanung führt. „In den 29er.“ Die Ankündigung der talentierten Skipperin sorgte für einige Aahs und Oohs unter der Seglergemeinde. So wird mancher von Bartelheimers Altersgenossen erleichtert sein, der jungen ehrgeizigen Dame nicht schon wieder im 420er über den Weg zu laufen.

Neben ihr und Lenkmann heimste Valentin Müller den nächsten bedeutenden Titel ein. Der junge sonnengebräunte Skipper vom BYC, der nach einem Törn in Portugal bei allen die Sehnsucht nach dem Frühling und dem Saisonbeginn wachrief, errang bei der Polnischen Meisterschaft den ersten Platz. Das Reden überließ er aber lieber seinem Opti-Kollegen Niklas Vieth vom Münchner Yacht-Club, der bei der Bayerischen Meisterschaft nicht zu schlagen war. Aber auch Nico Jansen und Nicolas Corsi vom BYC hatten einiges zu berichten. Schließlich gewinnt man nicht alle Jahre den Titel im 420er bei der Bayerischen und Deutschen und wird obendrein noch internationaler Vize-Meister.

Wohin der Weg der jungen Wilden aus Starnberg in ein paar Jahren führen kann, zeigten die Altvorderen aus ihren Clubs. Ähnlich wie der Touring Yacht-Club versteht auch der BYC sein Bundesliga-Engagement als Förderung des eigenen Nachwuchses. Und so waren die Youngster nicht nur am Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga beteiligt, sondern auch an der Vize-Weltmeisterschaft in der Melges 24. Neben den Routiniers Christian „Kicker“ Schäfer, Eddy Eich und Walter Rothlauf mischten auch die Nachwuchskräfte Adrian Hoesch und Oliver Oczycz mit. Den diesjährigen Jugendförderpreis, dotiert mit 1000 Euro, heimste allerdings der Augsburger Segelclub aus Utting ein.

Eine weitere Alternative, wohin eine gute Segelausbildung bei entsprechendem Ehrgeiz und dem nötigen Kleingeld führen kann, demonstrierten Ferdinand Gerz und Oliver Szymanski. Die beiden 470-Segler konnten ebenso wie die Melges-Crew nicht persönlich anwesend sein, was auch verständlich war. Schließlich segelt das Team aus dem Segler-Verein Wörthsee momentan bei den südamerikanischen Meisterschaften in Argentinien, um sich den letzten Schliff für die im selben Revier anstehende Weltmeisterschaft zu holen. Nur noch ein paar Punkte benötigt die Crew, um das Ticket für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro zu buchen. Zweifel daran bestehen keine, zu deutlich dominieren die Zwei die nationale Konkurrenz. Die Erfolge, die die beiden im vergangenen Jahr gefeiert haben, waren so unglaublich, dass selbst Axel Müller bei seiner Präsentation für kurze Zeit ein wenig ins Schleudern kam. Ja, Gerz und Szymanski haben tatsächlich die Europameisterschaft gewonnen, auch wenn sie im Teilnehmerfeld nur den zweiten Platz belegten. Aber ein besserer Kontrahent vom alten Kontinent fand sich bei dieser Regatta nun mal nicht.

Dass Olympia seine Schatten vorauswirft und die Segel-Bundesliga mit den furiosen Tutzingern noch nachwirkt, verstellte jedoch nicht den Blick auf die übrigen Klassen, die aus dem Fünfseenland nicht wegzudenken sind. Die Fahne der Drachen hielt Markus Wieser hoch, auch wenn die Ausbeute des Starnbergers im vergangenen Jahr mit Bronze bei der WM etwas dürftiger als sonst ausgefallen ist. Stefan Link (BYC), Michael Lipp (DTYC) und Frank Butzmann (Seglerhaus am Wannsee) führten ein oberbayerisches-berliner Projekt zum Titel bei den Östrreichischen Staatsmeisterschaften. Für den Prestigeerfolg im H-Boot sorgten Micki Liebl und Petra Dietz vom MYC mit Carlo Loos vom Chiemsee. Und nicht zu vergessen die Exoten vom Starnberger See. Markus (Waging) und Stefanie Klug (BYC) tischten im Korsar tüchtig auf und Simon Gorgels (DTYC) im Finn. Mit Silber beziehungsweise Bronze bei den Deutschen gehörten sie ebenfalls zu Bayerns Besten wie Lukas Hesse (Seebruck) und Julius Neszvecsko vom MYC. Mit Rang zwei bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im 29er verbuchten sie ein Ergebnis, das genauso überraschend und prestigeträchtig war wie der Triumph des Tutzinger Bundesligisten.

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