Bolz- oder Festplatz?

Tutzing - Die Gemeinderäte beratschlagen über den möglichen Standort eines Volleyballplatzes. Dabei fahren sie zweigleisig.

Bei den Bemühungen um den idealen Standort für einen Beachvolleyballplatz im Süden von Tutzing fährt man ab sofort zweigleisig. Während vielen Gemeinderäten der nördliche Bereich des Festplatzes geeignet erscheint - wegen der Anbindung an den bestehenden Kiosk des nahen Minigolfplatzes und der Toiletten - brachte Thomas von Mitschke-Collande bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates die östliche Seite des alten Fußballplatzes als Alternative ins Spiel. Dieser Bolzplatz unmittelbar neben dem Südbad, derzeit noch als Trainingsfläche der Fußballer genutzt, ließe sich auf ein Kleinfeld reduzieren, lautet Mitschkes Idee.

Der bislang beim Festplatz ins Auge gefasste Standort für ein Beachvolleyball-Feld beließe bei Abzwacken der benötigten Fläche „im Grunde nur noch Parkplätze“, sorgte sich der Dritte Bürgermister Gernot Abendt (SPD). Man habe in Tutzing nur noch wenige Grundstücke in Gemeindebesitz und daher „nichts zu verschenken“, mahnte Abendt. Rathauschef Wanner berichtete von einem Termin mit den Initiatoren eines solchen Beachvolleyballplatzes: „Aus diversen Gründen“, sagte Wanner, seien die gegen die Alternativ-Lösung am Bolzplatz gewesen.

Mittlerweile haben 1076 Unterstützer ihren Namen auf eine Liste gesetzt, davon 639 Tutzinger, 211 aus dem Landkreis und 226 „sonstige“ Fans der sommerlichen Freiluft-Sportart. Das Landratsamt (Untere Naturschutzbehörde) merkte inzwischen an, dass es eine „schützenswerte Grenze“ gebe zwischen Festplatz und Liegewiese - was den Standort aber nicht ausschließt.

Weitere in Erwägung gezogene Lösungen sind laut Landschaftsarchitekt Christoph Goslich mittlerweile vom Tisch - sie würden FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) oder Landschaftsschutz tangieren oder, wie beim Kustermann-Park, mit denkmalschützerischen Auflagen in Konflikt geraten.

Bei der Bolzplatz-Variante bestehe wiederum die Gefahr von Zielkonflikten zwischen Seglern, Südbad-Besuchern, Tennisspielern und Beachvolleyballern, befürchtet CSU-Gemeinderat Ernst Lindl: Alle - vor allem die Münchner - wollten nämlich Parkplätze, die Segler bisweilen sogar für ihre Bootshänger. Dem widersprach Michaela Pischetsrieder (fraktionslos): „Wenn wir immer mit der S-Bahn nach München fahren sollen, dann können wir auch erwarten, dass die Münchner mit der S-Bahn rauskommen.“ Starker Beifall aus dem Publikum.

Der Gemerinderat beschloss, ab sofort zweigleisig zu fahren: Damit schon im Sommer dieses Jahres in Tutzing-Süd Beachvolleyball gespielt werden kann, wird das Bebauungsplanänderungsverfahren für die sogenannte „Variante 2, Festplatz“ vorangetrieben, zugleich prüft man aber auch noch die Variante Bolzplatz.

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