Die Karte zeigt die groben Standorte: Die Doppellösung wäre den Söckingern am liebsten, den Wangenern aber nicht unbedingt. Grafik: IKE

BOS-Digitalfunk: Streit geht weiter

Starnberg - Alersberg I ist tot, es lebe Alersberg II: Der Freistaat favorisiert für den neuen Polizei- und Feuerwehrfunk nun einen neuen Stanort auf dem Alersberg. Die Söckinger sind entsetzt. Und die Wangener auch, wenn die Söckinger sich durchsetzen.

Nachdem der Starnberger Stadtrat seine Zustimmung für die Nutzung eines Areals am Hochbehälter (Alersberg I) verweigert hatte, muss der Freistaat einen neuen Standort für den Sender suchen. Der BOS-Digitalfunk soll ab 2013 bei Polizei, Feuerwehren, Rettungsdiensten und dergleichen für mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit sorgen und altersschwache Funksysteme ersetzen.

Was absehbar war, machte Silvio Döring von der Projektgruppe DigiNet am Mittwochabend bei einer Bürgerversammlung offiziell: Der Freistaat favorisiert einen Standort am Alersberg, der mit 220 bis 350 Meter weit von der Wohnbebauung entfernt ist und damit weiter als der alte Standort Alersberg I. Ein Mast dort müsste rund 60 Meter hoch sein, wäre aber von der Söckinger Gartenstadt aus nicht zu sehen.

Die Söckinger sehen das anders - und haben es ausprobiert. Ballons ließen sie steigen am Wochenende etwa an dem Standort, an der neue Mast stehen würde. Und die Ballons seien sehr wohl zu sehen gewesen, sagte Karl-Heinz Schröder. Ein andere bemängelte das Luftbild-Material, auf dem Wohnhäuser fehlten und deswegen die Entfernungsangaben falsch seien.

Die DigiNet hält Alersberg II für den besten Standort abgesehen von Alersberg I. Den Vorschlag der Bürgerinitiative - ein Mast am Waldrand nordwestlich von Söcking rund 650 Meter vom BND-Areal entfernt, in das eine FortSchritt-Kinderkrippe einziehen soll - hält die DigiNet für aufwändig und teuer, aber machbar. Problem: Es müsste einen zweiten Sender geben, der nur auf einem Mast an der Autobahn bei Wangen stationiert werden könnte - es wäre also eine Doppellösung. Dieser Mast jedoch muss erneuert werden, was die Sache insgesamt rund 900 000 Euro teurer macht. Alersberg II dagegen ist nur 190 000 Euro teurer, jeweils bezogen auf Alersberg I.

In Wangen betrüge der Abstand zum nächsten Wohnhaus rund 380 Meter, zum Hauptort etwa 500 Meter - und in dem regt sich bereits der Widerstand. Zur MIS ist es mehr als ein Kilometer.

Sollte Wangen nicht funktionieren - etwa, weil der Mast nicht zur Verfügung steht oder zu teuer wird - hatte die DigiNet eine kleine Keule im Gepäck, die aus Sicht des Freistaates zwingend wäre: Der zweite Sender bei der Doppellösung könne auch auf einem 40-Meter-Mast auf dem Gelände der Polizeiinspektion Starnberg platziert werden. Dort steht bereits ein Mast, das Gelände gehört dem Freistaat - und liegt direkt neben dem Starnberger Gymnasium und praktisch mitten in Wohngebieten.

Welcher Standort letztlich realisiert wird, muss sich zeigen. Der Freistaat entscheidet allein, solange die Grundstückseigentümer mitspielen. Die Stadt wird lediglich angehört. Nach einigen Image-Pleiten setzt das Innenministerium jedoch auf Konsens mit Gemeinden und Bürgern.

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