Der breitbeinig auf seinem Stein hockende Oskar Maria Graf hat gerade dazu eingeladen, ein Toilettenhäusl um die Statue aufzustellen. Foto: svj

Brauchtum in der Freinacht dünn gesät

Landkreis - Der Brauch der Freinacht geht bis in die Vorzeit zurück. Von Brauchtum kann bei den Aktivitäten in der Nacht zum 1. Mai allerdings nur noch selten die Rede sein.

Spätestens am Abend des 30. April sichert der Bürger seine Mülltonne, schließt das Gartentor sorgsam ab und lässt tunlichst nichts in Hausnähe achtlos herumliegen. Bei Letzterem nämlich setzte der ursprüngliche Brauch der Freinacht an: Wer in der Nacht „sein Zeug sauber beinand“ hatte, so Schulz, musste auch keine Strafe fürchten, wie zum Beispiel abgeladenen Mist auf seinem Hausdach. Lag etwas ungesichert herum, konnte der Hausherr sein Hab und Gut außerdem oft am nächsten Tag vor dem Maibaum auf dem Dorfplatz wiederfinden.

Die heutige, meist von Kindern und Jugendlichen betriebenen Version der Freinachtscherze hat mit Brauchtum nichts mehr zu tun. Die jungen Leute ziehen vornehmlich mit Rasierschaum und Toilettenpapier um die Häuser, hängen Gartentore aus oder fackeln gar Briefkästen ab. Kreisheimatpfleger Schulz vermisst die „intelligenten“ Streiche. An zwei außergewöhnliche kann er sich noch erinnern. Der eine Ulk bestand vor eingen Jahren aus einem Toilettenhäusl, das in Aufkirchen auf der Wiese vor der Schule um die Bronzestatue von Oskar Maria Graf aufgestellt wurde. Originell empfand Schulz auch das Umgestalten von Starnberger Ortsschildern vor einigen Jahren. Freinachtgänger hatten die Ortstafeln mit dem Namen eines bekannten Starnberger Architekten präpariert. Solch ungefährlicher Schabernack sei aber leider selten geworden, bedauert der Kreisheimatpfleger.

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