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Breitband-Internet

Breitband-Internet: Landkreis auf der Zielgeraden

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Landkreis Starnberg - Bis Mitte nächsten Jahres werden knapp 93 Prozent der Adressen im Landkreis Starnberg an das schnelle Internet angebunden sein. Nun muss geklärt werden, was mit dem Rest passieren soll.

Rund anderthalb Milliarden Euro stellt der Freistaat Bayern bis Ende 2018 für den Internetausbau zur Verfügung. Für die Gemeinden im Landkreis Starnberg stehen 8,4 Millionen Euro bereit. Um diese möglichst effektiv einzusetzen, stehen die gfw und die Planungsfirma IKT den Kommunen zur Seite. Gerade laufen Gespräche, wie auch noch die letzten Siedlungen an das schnelle Netz angeschlossen werden können. Wir beantworten die wichtigsten Fragen:

Was wird gerade ausgebaut?

Die Deutsche Telekom baut gerade auf eigene Kosten ihr Netz aus – unter anderem in Tutzing, Feldafing und in Weßling. Das bedeutet, dass die betroffenen Kommunen keine Förderanträge stellen müssen und ihnen dadurch auch der Eigenanteil erspart bleibt. Ansonsten „wird an allen Ecken und Enden des Landkreises gebaut“, wie gfw-Chef Christoph Winkelkötter gestern sagte.

Wo ist schnelles Netz bereits verfügbar?

In weiten Teilen des Landkreises Starnberg surfen die Firmen und Privatleute bereits mit mehr als 30 Megabit pro Sekunde – also vergleichsweise schnell – durchs Netz. Besonders gut ist die Versorgung in Starnberg, Gilching, Pöcking, Berg, in Gauting und Seefeld.

Wo hapert es noch an der Versorgung?

Bei der Planung der Breitbandversorgung geht man nicht von Haushalten, sondern von so genannten Adressen aus. Die Begründung dafür ist naheliegend: Hängt der Schaltkasten für das schnelle Internet im Keller eines Mehrfamilienhauses, können alle Haushalte im Haus schnell surfen. Im Landkreis Starnberg gibt es insgesamt 37 300 solche Adressen. Davon liegen 720 Adressen im Außenbereich. Das sind meist Gehöfte und einzelstehende Häuser, die teilweise weit von den nächsten Orten entfernt sind. Hier lahmt das Internet in der Regel gewaltig, Übertragungsraten von 6 Megabit oder weniger sind die Regel.

Doch auch die Bewohner der größeren Gemeinden wie Starnberg oder Gauting können, wenn sie Pech haben, immer noch im Schneckengang durchs Netz unterwegs sein. Nämlich dann, wenn sie zu weit vom nächsten Knotenpunkt entfernt sind.

Wie soll dem abgeholfen werden?

Für den Anschluss der kleinen Siedlungen kann das Förderprogramm des Freistaats genutzt werden. „Das Ziel muss sein, dass wir die 8,4 Millionen auch abrufen“, sagte Landrat Karl Roth gestern. Die Sache hat allerdings einen Pferdefuß: In der Regel schießt der Freistaat 60 Prozent der für den Anschluss entstehenden Kosten zu, den Rest muss die jeweilige Gemeinde zahlen. Der Landkreis bleibt bei der Finanzierung außen vor. „Am Ende ist es also eine politische Entscheidung, ob eine Gemeinde das Geld aufbringen möchte, um wirklich ein Kabel zu jedem Bewohner des Ortes legen zu lassen“, so Roth. Eine Alternativvariante wären Modelle, bei denen die Mobilfunktechnik LTE zum Tragen kommt. Für die Betroffenen sicher eine Einschränkung – in der Regel ist das Datenvolumen beschränkt –, aber besser als nichts.

Bei den Bewohnern der größeren Gemeinden, die zu weit vom nächsten Knotenpunkt entfernt sind, wartet man nach Aussage von gfw-Chef Winkelkötter erst einmal darauf, wie die EU entscheidet. Denn die Telekom hat angeboten, alle Knotenpunkte in Deutschland auf das neue Vectoring-Verfahren umzurüsten. Damit ließen sich die erzielbaren Geschwindigkeiten nahezu verdoppeln. Wenn die EU das ablehnen sollte, könnten die betroffenen Gemeinden auch einen Antrag auf Fördermittel stellen. „Aber der Ausbau in der Stadt ist teuer“, so Christian Hochhuber von IKT, die die Gemeinden bei der Beantragung der Fördermittel unterstützt. In Herrsching beispielsweise könnte das Geld vom Land nicht reichen, weswegen man auch einen Bundestopf anzapfen möchte.

Wann gibt es denn nun schnelles Netz?

Der Großteil der Arbeiten soll Mitte 2017 abgeschlossen sein. Das Förderprogramm selbst läuft bis Mitte 2018.

Muss ich meinen Anbieter wechseln?

Es kann durchaus passieren, dass man zur Telekom wechseln muss, wenn man schnellstmöglich im Netz unterwegs sein will. Derzeit baut ausschließlich der rosa Riese neue Leitungen im Landkreis. Und andere Anbieter wie 1&1 oder Congstar werden nicht überall gleich die schnellen Datenraten anbieten können. Wer es genau wissen will: Die gfw Starnberg gibt unter z (0 81 51) 14 84 89 auf Wunsch Auskunft darüber.

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