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Verdächtiges Kennzeichen: Am Mittwochnachmittag fuhr dieser Lkw durch Wörthsees Ortsteil Waldbrunn – vermutlich gehört er zur britischen Teerkolonne.

Betrug

Britische Kolonne leimt mit Teer

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Landkreis – Wo geteert wird, da stinkt’s. Manchmal riecht’s aber schon, bevor geteert wird – und zwar nach Betrug. In Wörthsee hat ein Bürger einen verdächtigen Lkw fotografiert. Die Polizei kennt die Masche der britischen Teerkolonne, mahnt zur Vorsicht und warnt vor Panik.

 „Die Nummer ist eigentlich in allen Inspektionen bekannt. Die Thematik beschäftigt uns immer mal wieder“, sagt Martin Heinrich. Der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizei Gauting warnt die Bevölkerung allerdings, gleich alle Teerdienste zu verteufeln. Die Verunsicherung ist deswegen gegeben, weil ein aufmerksamer Wörthseer am Mittwoch um 16.07 Uhr einen verdächtigen Kipplaster fotografierte, der sich durch die engen Straßen des Ortsteils Waldbrunn schlängelte. 

Verdächtig deswegen, weil er ein britisches Kennzeichen hatte. „Das ist typisch für diese Betrügerbanden, die meist aus Irland oder England kommen“, bestätigt ein Sprecher der Herrschinger Polizei. Bislang sei in dessen Verbreitungsgebiet wie auch in Gauting kein Fall aktenkundig. Im Nachbarlandkreis Bad Tölz-Wolfratshausen dagegen schon. Ein Landwirt aus Egling fiel in den vergangenen Tagen auf die Masche der Teerbetrüger herein. Die Männer klingelten und unterbreiteten ein günstiges Angebot, weil nach Arbeiten in der Nähe Teer übrig geblieben sei. 

Als der Mann von einem Nachbarn gewarnt worden war und sich im Internet schlau machte, wurde er skeptisch. Zurecht, denn wenige Tage später bildeten sich bei Regen starke Risse, die Schicht weichte auf. Das Urteil des Eglinger Landwirtes: „Pfusch“. Weswegen er auch gleich die Polizei einschaltete. „Große Chancen habe ich aber wohl nicht“, so der mit Teer geleimte Bürger. Von der vermeintlichen Firma fehle jede Spur. „Und genau das ist das Problem“, erklärt Martin Heinrich. Der Beamte warnt zwar vor diesen Haustürgeschäften und insbesondere vor den Machenschaften der bereits seit Jahren bekannten Teerkolonne („Wenn ein Lkw mit britischem Kennzeichen diese Dienste anbietet, sollte man mindestens vorsichtig sein“), es gebe aber erstaunlicherweise auch hin und wieder gute Erfahrungen mit Angeboten an der Haustür. 

Manchmal gehen potenzielle Kunden sogar in Vorkasse

Bei der britischen Teerkolonne sollten Bürger allerdings ganz besonders aufmerksam sein. In Zeitungsberichten anderer Medien ist von Fällen zu lesen, in denen die Mitarbeiter solcher Anbieter bisweilen auch sehr forsch auftreten und unvorsichtige Bürger teils unangenehm bedrängten. Zielgruppe solcher Betrüger sind insbesondere gutgläubige Rentner. Manchmal gehen potenzielle Kunden sogar in Vorkasse und plötzlich sind die Mitarbeiter samt Lkw weg.

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