Bürger fürchten Verkehr, Lärm und Staub

Frieding - Das Landratsamt äußert Bedenken, Anwohner laufen Sturm: Dennoch brachte der Andechser Gemeinderat am Dienstag die Bebauungspläne "Nordwestlich der Drößlinger Straße" und "Östlich des Steyerwegs" auf den Weg.

Die CSU-Gemeinderäte Georg Zerhoch und Michael Strobl dürfen ihre Betriebe am Friedinger Ortsrand erweitern. Wie mehrfach berichtet, plant Zerhoch an der Drößlinger Straße eine Anlage zur Herstellung von Hackschnitzeln samt Lagerhalle, Strobl östlich des Steyerwegs eine mobile Bauschutt-Recyclinganlage. Die Stellungnahmen zu den Vorhaben könnten ein Buch füllen. Und so benötigte der Andechser Bauamtschef Siegfried Wirkner mehr als zwei Stunden, um alle Einwände vorzutragen. "In Relation zum Ort Frieding entsteht hier in Folge ein Gewerbegebiet, das den örtlichen Rahmen sprengt und auch aus landes- und regionalplanerischer Überlegung kritisch zu sehen ist", heißt es beispielsweise aus dem Kreisbauamt.

Von privater Seite regt sich vor allem gegen das Strobl-Projekt Widerstand. "Die Lebensqualität im Dorf wird abnehmen, und der Wert der Wohngrundstücke wird sinken", heißt es in einem der vielen Schreiben der Anwohner. Die Gutachterin Claudia Hentschel-Huber versicherte in der Sitzung anhand von Plänen und Grenzwerttabellen zu Staub und Lärm einmal mehr, dass die Belastungen für die Anwohner unterhalb der so genannten Irrelevanzgrenze liegen werden. Nach Angaben der Gemeinderverwaltung wird sich auch der Verkehr in Grenzen halten. Um das Landschaftsbild nicht zu beeinträchtigen, wird das Betriebsgelände tiefer gelegt. Das minimiere auch die Emissionen von der Brech- und Siebanlage.

Dennoch hatte der Gemeinderat am Dienstag für die Anwohner ein Zuckerl parat und begrenzte die Betriebszeiten: Strobl darf maximal 150 Stunden pro Jahr in Frieding brechen und sieben und dies auch nur montags bis freitags. Auch Zerhoch darf laut Beschluss nur montags bis freitags häckseln.

Auch interessant

Kommentare