Der Bürgermeister ist der Kaiser

Inning - Rund 50 Akteure kamen zum ersten Infoabend, um mehr über die Inszenierung, die Musik und den Probenablauf des Historienspiels „Kaiserglanz in Uningen“ erfahren. Gefeiert wird das 1100.Jubiläum Innings.

Aufbruchstimmung herrschte am Donnerstagabend im Haus der Vereine: Die Akteure ließen sich vom Theaterfieber des Organisationsteams aus den unterschiedlichen Ortsvereinen anstecken und beschlossen am Ende: „Packen wir’s an.“

Aus der ursprünglichen Idee des früheren Musikschulleiters Peter Schuhmann, einen Chorsatz über den Besuch Kaiser Heinrich II. in Inning zu schreiben und ihn mit allen im Dorf, die Musik machen, gemeinsam aufzuführen, entstand in drei Jahren ein Historienspiel mit Musik. 125 Mitwirkende wird es bis zur Premiere am 20. August auf Trab halten.

Sieben dreistündige Probentermine sind vorgesehen bis zur öffentlichen Generalprobe auf der Bühne der Mehrzweckhalle. Dann wird sich zeigen, ob die Ideen und gereimten Texte von Bärbel Mehnert-Jäger, Daniela Herzog und Jutta Göbber und die von Musikschullehrer Martin Vogel komponierte Musik premierengerecht einstudiert wurden und die Übernachtung Kaiser Heinrich II. die Inninger ein zweites Mal beeindrucken wird. „Die zweitälteste urkundliche Erwähnung gab nicht viel her für das Stück“, erzählte Musikschulleiter Björn Kellerstrass.

Die Atmosphäre, die beim Besuch des Kaisertrosses mit 60 000 oder vielleicht auch „nur“ 6000 Soldaten in dem kleinen, armen Dorf am Ammersee entstanden sein muss, sollte ohne Anspruch auf Authentizität eingefangen werden. Zeitlos ist deshalb auch Martin Vogels Musik, die moderne Rhythmen und mittelalterliche Anklänge im orffschen Sinne inklusive Sauflied und Hymne enthält.

Die Hauptrolle des Stücks kommt dem Narren zu, den Andi Sturm spielen wird. Mit reichlich Zynismus und kein bisschen zimperlich wird er das mittelalterliche Event kommentieren. Heinrich II. (Bürgermeister Werner Röslmair) kommt sprachlos daher. Der Herrscher hatte weder Gastgeschenk noch schriftlich festgehaltene Worte für die Dorfbewohner übrig. Dafür darf eine Dorfschönheit, die 18-jährige Josephine Hutzler, mit einem Knappen flirten. Die Abiturientin bringt Schultheater-Erfahrung mit und freut sich sehr auf den Auftritt. Wer zum Landvolk, zur Hofgesellschaft und zur Soldateska gehören wird, soll Ende Februar entschieden werden. Aber eines ist für Musikschulleiter Kellerstrass jetzt schon sicher: „Wir werden das alle gemeinsam stemmen, und das tut dem Ort gut.“

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