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In Weßling entsteht gerade ein Containerdorf, zahlreiche weitere Standorte sind aber in der Diskussion. Unter anderem wird in Wörthsee und Gilching ein geeigneter Platz gesucht.

Asyl

Containerstandorte: Nix ist fix

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Landkreis Starnberg - Die Verwirrung ist komplett: Eben noch orderte der Landkreis en gros Containerdörfer und Hallen, um Asylbewerber unterzubringen. Nun bleiben die Flüchtlinge aus – und die Verwirrung ist komplett.

53 Flüchtlinge pro Woche kamen noch zu Jahresanfang in den Landkreis Starnberg. Und die mussten irgendwo untergebracht werden. Im Landratsamt und den Gemeindeverwaltungen lagen die Nerven blank. So schnell wie möglich mussten so viele Unterkünfte wie möglich aus dem Boden gestampft werden.

Der Kreistag trug dabei die Linie des Landrats Karl Roth (CSU) mit, den „Starnberger Weg“ zu gehen. Will meinen: Der Landkreis baut Containerdörfer und Leichtbauhallen für die Unterbringung der Asylsuchenden und vermietet diese anschließend an den Freistaat. Acht Jahre und die Sache hätte sich refinanziert, wurde damals vorgerechnet.

Das Problem: Schon wenige Wochen später versiegte der Strom der Asylsuchenden, seit Monaten kommen kaum noch neue Flüchtlinge in den Landkreis. Das Landratsamt hat mittlerweile weite Teile der Bestellungen wieder storniert (wir berichteten). Unter anderem wurden vier Containerdörfer und sechs Leichtbauhallen abbestellt.

Wo wird denn nun gebaut?

In den Gemeinden des Landkreises setzt nun das große Rätselraten ein: Wo wird denn nun noch etwas gebaut? Klarheit herrscht in Weßling: Da steht gerade der Kran und montiert die blassgrünen Container. Die Anlage in Seefeld ist mittlerweile fertig. Als ziemlich sicher gilt, sagte die Pressesprecherin des Landkreises, Barbara Beck, gestern, dass auch in Gilching eine solche Containeranlage errichtet wird. Wo genau, ist allerdings noch nicht entschieden. In Wörthsee sei man immer noch auf der Suche nach dem richtigen Standort für ein Containerdorf. Relativ weit war man schon beim Standort in Percha, allerdings sei die Erschließung des Geländes dort schwierig, weswegen das Vorhaben auf dem Prüfstand steht. Wo die sechste Containeranlage hin soll, ist offen.

Ebenso offen ist, wie es mit der Traglufthalle in Gilching weitergeht. Die steht seit Monaten mehr oder minder fertig und komplett leer in der Gegend herum. Baumängel verhinderten bislang ihre Nutzung, nun wird – obwohl laut Beck wenigstens die Unterlagen mittlerweile komplett vorliegen – auch die Variante geprüft, ob die Halle, für die noch kein Geld geflossen ist, komplett abgebaut werden soll. Entsprechende Gespräche mit der Regierung würden derzeit laufen, so Beck. Die Zeltstädte in Tutzing, Pöcking und Berg sollen in den kommenden Monaten nach und nach aufgelöst werden.

Das alles hat natürlich auch dramatische Auswirkungen auf die Kreisfinanzen. Im Dezember war eine Rekord-Neuverschuldung von rund 45 Millionen Euro beschlossen worden. Die Regierung von Oberbayern hatte dem Kreishaushalt allerdings die Genehmigung verweigert, weil sie die Refinanzierung der Asylunterkünfte in Gefahr sah, meinte die Pressesprecherin des Landkreises gestern weiter. Deswegen wird der gesamte Kreishaushalt nun noch einmal aufgedröselt und muss erst am 16. Juni im Kreis- und Finanzausschuss und dann am 27. Juni im Kreistag noch einmal komplett neu beschlossen werden. Dann dürfte im Übrigen auch die Neuverschuldung deutlich niedriger ausfallen als ursprünglich beschlossen.

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