"Das geht an die Existenz"

Herrsching - Neben der Vergabe von Aufträgen für die Sanierung der Realschule Herrsching war das von Eltern geforderte zweite Gymnasium Thema des Zweckverbands weiterführender Schulen im westlichen Landkreis.

Vorsitzender Peter Flach informierte über den Beschluss im Kreistag, ein weiteres Gutachten in Auftrag zu geben. „Über die Notwendigkeit eines zweiten Gymnasiums herrschen unterschiedliche Auffassungen. Wenn ein Antrag gestellt wird, dann muss ihn der Landkreis stellen. Der Zweckverband ist nicht in der Lage, weitere finanzielle Belastungen auf sich zu nehmen.“ Zumal er bereits auf 20 Jahre hinaus verschuldet ist.

Manfred Walter mahnte die Verbandsmitglieder, dass im Falle eines Neubaus, der mit rund 30 Millionen Euro Kosten veranschlagt wurde, hohe finanzielle Belastungen auf die Kommunen zukommen. „Gilching müsste 4,6 Millionen Euro zuschießen, obwohl kein einziges Kind aus Gilching nach Herrsching ins Gymnasium gehen wird.“

Viel Mühe hatte sich Stefan Hartmann gemacht und die prognostizierten Umlagen je Gemeinde aufgeschlüsselt und anhand einer Tabelle aufgeführt. Da im Falle eines Gymnasiums in Herrsching diejenigen Schüler wegfallen, die aus Herrsching, Andechs, Inning, Seefeld und Wörthsee kommen, würden diese Kommunen auch keine Umlage mehr in den Zweckverbandstopf zahlen. „Letztendlich müssten die Gemeinden Weßling und Gilching die Kosten für das Gilchinger Gymnasium alleine stemmen. Das geht an die Existenz unseres Zweckverbandes.“ Sollte allerdings der Landkreis die Trägerschaft für alle weiterführenden Schulen in Starnberg, Gauting, Herrsching, Tutzing und Gilching übernehmen, gebe es ein anderes Problem. „Wer übernimmt unsere Schulden?“, fragte Hartmann. Beziehungsweise befürchtet er, dass „die schulische Ausstattung nicht mehr das sein wird, sollte die Verwaltung der Schulen zentral vom Landkreis gesteuert werden“.

Je tiefer man in die das Thema einsteige, desto mehr Baustellen tun sich auf, so Flach. „Wir haben mit dem Zweckverband sehr gute Erfahrungen gemacht. Es täte mir leid, würde er nun aufgelöst werden. Deshalb sind noch viele Beratungen notwendig.“

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