Gegen Gentechnik in der Landwirtschaft [v.l.): Kurt Ziegner, Vorsitzender Dr. Franz Sußner, Christiane Lüst, Simon Pentenrieder und Michael Friedinger. Foto: aj

David gegen Goliath

Landkreis - Verein Zivilcourage gegen Agro-Gentechnik für den Landkreis Starnberg wählt neuen Vorstand

Vor mehr als vier Jahren besuchten Dr. Franz Sußner, Christiane Lüst und Simon Pentenrieder einen Vortrag von Christoph Fischer, dem Gründer von Zivilcourage gegen Agro-Gentechnik und gründeten spontan den Verein Zivilcourage gegen Agro-Gentechnik für den Landkreis Starnberg. Inzwischen ist der Verein von anfangs 20 auf derzeit 70 Mitglieder gewachsen. Allerdings waren bei der Jahresversammlung am Donnerstag nur 16 da, um einen neuen Vorstand zu wählen.

Enttäuscht über das geringe Interesse war nicht nur der alte und neue erste Vorsitzende Sußner. Aus Ärger wollte der Jurist den Verein schon „einstampfen“. Dass er sich dagegen entschied, beklatschten die Stimmberechtigten an diesem Abend anhaltend. Zu Sußners Stellvertretern wurden Michael Friedinger und Georg Scheitz gewählt. Kurt Ziegner bleibt Schatzmeister, Günther Haidl sowie Ameli Erhard prüfen künftig die Kasse. Weiteres Vorstandsmitglied ist Christiane Lüst.

Simon Pentenrieder wurde wegen seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. Der gelernte Landwirt hatte sich schon vor der Jahrtausendwende mit den Problemen der Gentechnik beschäftigt. Er konnte viele überzeugen, dem Verein beizutreten. „Ich habe schwere Bedenken gegen genmanipuliertes Saatgut, weil wir kein Langzeitwissen haben“, sagte der 76-Jährige am Donnerstag.

Die Gentechnik kam einst auf leisen Sohlen in die Landwirtschaft. Veränderte Pflanzen hätten keine natürlichen Feinde mehr, versprachen Großkonzerne wie Monsanto. „Die Auswirkungen der genveränderten Pflanzen auf Menschen, Tiere und die gesamte Natur sind unkalkulierbar“, heißt es auf der Homepage des Vereins. „Diese Pflanzen breiten sich durch Pollenflug, Wind, Insekten und durch verunreinigtes Saatgut auf benachbarte Felder aus. Sind genveränderte Organismen erst einmal in der freien Natur, sind sie nie wieder rückholbar. Dies gilt auch dann, wenn sich die Pflanze als schädlich für Natur und Umwelt erweist.“ Außerdem bestehe das Risiko, dass die Produktion von Grundnahrungsmitteln weitgehend unter die Lizenzpflicht von Großkonzernen gerät.

Mehr über die Bewegung unter www.zivilcourage-starnberg.de.

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