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Alles was aus Holz ist im Marienmünster, ist vom Holzwurm befallen.

Im Dießener Marienmünster steckt der Wurm

Dießen - Einer der touristischen Höhepunkte am Ammersee wird im kommenden Sommer nicht zugänglich sein: Das Marienmünster in Dießen ist vom Holzwurm befallen und muss saniert werden.

Für mehrere Monate gesperrt werden muss während des Sommers das Dießener Marienmünster. In vielen Teilen des Barockjuwels steckt der Wurm drin, dem man mit konzentriertem Stickstoff zu Leibe rücken möchte.

Weil für die Anobien-Bekämpfung mit Stickstoff höhere Temperaturen benötigt werden und auch der Holzwurm erst bei 17 bis 21 Grad

Das Marienmünster in Dießen am Ammersee.

richtig aktiv wird, fällt die Entwurmung der nicht beheizbaren ehemaligen Stiftskirche ausgerechnet in die Sommermonate. Die beliebte Konzertreihe fällt daher heuer etwas schmaler aus als gewohnt. Die komplette Inneneinrichtung aus Holz ist betroffen – sämtliche Figuren, Teile der Altäre, die Beichtstühle, das Mobiliar, ausnahmslos alle Ausstattungsgegenstände. Gerade an dem weichen Lindenholz der geschnitzten, teils mannshohen Figuren nagte der Wurm besonders gnadenlos. Aber auch vor dem Eigengestühl machte der Holzwurm nicht Halt.

Die gesamte Inneneinrichtung soll so weit wie möglich demontiert werden. In drei großen, gasdichten Zelten im Altarraum, der Sakristei und unter der Empore wird für die Figuren und Holzteile über sechs bis acht Wochen lang der Stickstoffgehalt deutlich erhöht. Die Schädlinge und auch die weitere Brut ersticken.

Das Kirchengestühl wird mit einem flüssigen Holzschutzmittel (Borsalz) behandelt, von dem jedoch ebenso wenig eine Gesundheitsgefährdung ausgehen soll wie von der Begasung mit Stickstoff.

Wegen der Nähe des Klosters, der Mädchenrealschule und der Pfarrei habe man einen großen Augenmerk darauf gelegt, keine Giftgase zu verwenden, erläutert Alfons Lenz, Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Weilheim.

Zwei formale Klippen sind laut Lenz noch zu überwinden. Sobald die Finanzierungszusage von der Bischöflichen Finanzkammer auf dem Tisch liegt, kann mit der Ausführungsplanung begonnen werden. Bereits nach Ostern wird der stark befallene Holzfußboden in der Sakristei durch einen Natursteinboden ersetzt.

Der Zeitrahmen sieht vor, dass die Kirche im November wieder geöffnet wird. Die Kosten belaufen sich auf rund 300.000 Euro.

mm

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