Auf Distanz zu Elly Ney

Tutzing - Die Kommission hat entschieden: Ein Text auf einer Tafel am Denkmal von Elly Ney in Tutzing soll deutlich machen, dass die Gemeinde deren künstlerisches Wirken ehrt, aber nicht ihre Gesinnung im Dritten Reich.

Der Gemeinderat hatte im vorigen Jahr nach einer monatelangen Debatte um das Gedenken an die Pianistin Elly Ney (1882-1968) entschieden, eine entsprechende Inschrift an deren Denkmal an der Brahmspromenade am Starnberger See anbringen zu lassen. Bis der Text fertig war, verging jedoch einige Zeit. Tutzings Bürgermeister Stephan Wanner stellte den Text jetzt der Öffentlichkeit vor, der bald am Denkmal zu lesen sein wird.

Der Text lautet: „Die berühmte Pianistin und Beethoven-Interpretin lebte seit 1937 in Tutzing und war Mitbegründerin der Tutzinger Musiktage. Elly Ney war jedoch auch bekennende Anhängerin des Nationalsozialismus, überzeugte Antisemitin und genoss die Förderung durch die Nationalsozialisten. Der Gemeinderat hat sich im Februar 2009 von ihren antisemitischen Äußerungen sowie ihrer nationalsozialistischen Gesinnung distanziert und jede Form des Antisemitismus, Rassismus und der Menschenfeindlichkeit verurteilt. Die Geschichte in ihrer Gesamtheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und davor zu warnen, sich als Nutznießer von totalitären Systemen vereinnahmen zu lassen, ist Absicht dieser Tafel.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare