Dritter Versuch

Inning - Kinder der Grundschule Inning haben am Donnerstag eine Nisthilfe für Weißstörche auf dem Stadl des Angermeier-Hofes installiert. Der dritte Versuch in 15 Jahren, die Vögel wieder heimisch zu machen.

Damit sich die Störche auch im nördlichen Teil des Ammersees wieder zu Hause fühlen, haben Kinder der vierten Klasse von Sibylle Schwarzbeck gestern tatkräftig zugepackt. Veranlasst worden war die Errichtung der Nisthilfe von der Kreisgruppe Starnberg im Landesbund für Vogelschutz (LBV), die Finanzierung (2000 Euro) übernimmt die Regierung von Oberbayern mit Mitteln aus dem Artenhilfsprogramm.

Die Planung übernahm der Inninger Ingenieur Harald Trepte, Metallnest und Holzunterbau wurden von der Inningner Firma „rw holzbautechnik“ erstellt. Schließlich stellte auch noch die Familie Ring das Dach ihres Stadls für die Installation zur Verfügung, freute sich LBV-Kreisvorsitzender Horst Guckelsberger.

Für die Kinder war dieser Naturunterricht eine willkommene Abwechslung im Schulalltag. Mt Begeisterung machten sie sich daran, das Stahlgitter mit Eichenzweigen einzuflechten, bevor das Nest feierlich auf das Dach gehoben wurde. Guckelsberger machte den Schülern aber deutlich, dass ein Horst allein nicht dafür sorgt, dass die Störche wieder heimisch werden. Das hänge vielmehr von der Nahrungsgrundlage ab. Der Storch ernähre sich mittlerweile weniger von Fröschen, sondern vielmehr von Mäusen. Ebenso wie Kiebitz, Uferschnepfe und Großer Brachvogel - allesamt bedrohte Arten. Würden sich im nächsten Frühjahr Störche ansiedeln, würde sich der LBV deshalb riesig freuen. Und die Kinder sicher auch.

In Inning wurden in den vergangenen 15 Jahren zwei Versuche unternommen, den Weißstorch anzusiedeln: auf dem Kamin der Alten Brauerei Stegen und später auf dem inzwischen abgerissenen Kamin der heutigen Montessori-Schule. Beide Nisthilfen wurden zwar kurzfristig angenommen, „aber leider auch bald wieder verlassen“, bedauert Guckelsberger. Er vermutet, dass die Nahrungsgebiete jenseits der Autobahn München-Lindau für die Tiere zu schlecht zu erreichen seien. Die Familie Ring habe nun aber wiederholt Weißstörche auf ihren Mähwiesen im Ampermoos beobachten können. „Dies und die Zunahme der Brutpaare im Ammermoos, im südlichen Bereich des Sees, und in St. Ottilien ermutigte uns in der Absicht, nunmehr im Ampermoos einen weiteren Versuch zu unternehmen“, so Guckelsberger.

Auch interessant

Kommentare