Eine Woche Knast für Maßkrug-Schläger

Krailling - Der Schlag hätte laut Richterin Plattner lebensgefährlich ausgehen können. Weil ein Kraillinger auf der Wiesn einen jungen Mann mit einem Maßkrug am Kopf verletzt, muss er eine Woche in den Knast.

Ein damals 18-Jähriger aus Krailling hatte einem Gleichaltrigen mit einem Maßkrug im "Bräurosl" eine blutende Kopfwunde zugefügt. Der Beschuldigte - damals mit etwa 1,7 Promille unterwegs - erinnerte sich an den Schlag nicht mehr, entschuldigte sich aber vorsorglich beim Opfer. Er hatte für Aufregung gesorgt, indem er von der Bierbank auf Bierzeltgäste herabgespuckt habe. Eine Absicht bestritt der heute 19-jährige. Doch es war zu einem Gerangel mit mehreren jungen Männern gekommen, das alle bestätigten. Einem sei zuvor noch von dem "Spucker" das Käppi vom Kopf geschlagen worden, ehe es "rund ging". Das Opfer hatte nach eigener Aussage "nur schlichten wollen, um Schlimmeres zu verhindern", als es getroffen wurde. Die Kopfwunde musste sofort versorgt und genäht werden - bleibende Schäden trug der Unterschleißheimer nicht davon. Er habe aber noch zwei Wochen Kopfschmerzen gehabt.

Die Richterin gab zu verstehen, dass bei einem derartigen Schlag mit einem "gefährlichen Werkzeug" und unter Umständen sogar "das Leben gefährdenden Behandlung" als Ahndung nur ein Zuchtmittel in Frage komme. Weil der Maßkrug-Schläger zum Tatzeitpunkt erst 18 Jahre alt war, galt Jugendstrafrecht. Das Urteil gegen den bislang unbescholtenen Mann, der laut Jugendgerichtshilfe "das Ganze erkennbar bereut": eine Woche Dauerarrest. Ein Schlag mit dem Maßkrug, so die Richterin in ihrer Begründung, "muss für den Täter eine deutlich spürbare Antwort der Justiz nach sich ziehen."

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