EKD-Rat zur Sitzung in Tutzing zusammentreten

Tutzing - Zwei Tage nach dem Rücktritt von Margot Käßmann als EKD-Ratsvorsitzende ist in Tutzing der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu seiner turnusgemäßen Sitzung zusammengekommen.

Dass es nach der Tutzinger Tagung bereits eine Empfehlung für einen Kandidaten zur Käßmann-Nachfolge geben könnte, gilt zwar als eher unwahrscheinlich, wäre aber denkbar. Die Suche nach einem neuen profilierten Spitzenvertreter für die 25 Millionen Protestanten hat in Gesprächen führender Kirchenvertreter begonnen, eine Entscheidung fällt zur Synodentagung im November in Hannover.

Die bis zum Samstag dauernde Sitzung wird vom stellvertretenden Vorsitzenden Nikolaus Schneider geleitet. Der rheinische Präses steht dem Rat bis zur Neubesetzung des Vorsitzes im Herbst vor. Neben den regulären Tagesordnungspunkten und Gremienbesetzungen in Tutzing ist eine ausführliche Beratung über den Rücktritt Käßmanns und seine Folgen vorgesehen. Die einzelnen Ratsmitglieder äußerten sich bei Eintreffen in Tutzing eher zurückhaltend oder gar nicht öffentlich.

Er erwarte zunächst einmal nur, dass alles in Ruhe besprochen werde, sagte der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl. Mit einer Vorentscheidung über den künftigen Ratsvorsitz in Tutzing rechne er nicht. “Wir sind nicht allein in der Kirche, es gibt viele mehr, die einbezogen werden sollten“, sagte Bohl.

Gleichwohl wollte EKD-Sprecher Reinhard Mawick zu Beginn der Tagung nicht ausschließen, dass es eine personelle Weichenstellung geben könnte. “Das ist gut möglich, aber ich möchte den Beratungen nicht vorgreifen“, sagte er. Die Ratsmitglieder müssten zunächst auch die “schlimmen Dinge der vergangenen Tage“ verarbeiten. Einen vergleichbaren Rücktritt eines Vorsitzenden habe es so in der evangelischen Kirche noch nicht gegeben. Der Rat sei daher “in Gedanken auch bei Margot Käßmann“.

Die bisherige Ratsvorsitzende war am Mittwoch nach einer Alkoholfahrt mit 1,54 Promille als EKD-Chefin und hannoversche Bischöfin zurückgetreten. Nach einer Auszeit will sie als Pastorin in ihrer Landeskirche tätig sein.

dpa

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