Klimaschutz

Energiepreis bleibt ein Sorgenkind

Die Energiewende hinkt weiter durch den Landkreis Starnberg. Selbst der Energiepreis, der Vorbilder loben sollte, leidet unter Teilnehmermangel.

Landkreis – Der Energiepreis bleibt ein Sorgenkind des Landkreises, da die Teilnehmerzahl weiter rückläufig ist. Die Jury des Preises 2016 hatte angeregt, über eine Vergabe alle zwei Jahre nachzudenken. Der Umweltausschuss des Kreistages lehnte ab, doch soll der Preis überarbeitet werden.

„Ich bin mit einer zweistelligen Bewerberzahl schon zufrieden“, sagte Herbert Schwarz, Mitorganisator des Energiepreises, in einer Sitzung dieser Tage. Der Aufwand sei durch Besuche bei vielen Bewerbern hoch, die Teilnehmerzahl aber sinkend. Eine Vergabe alle zwei und nicht mit wie bisher jedes Jahr hält Schwarz jedoch für ein falsches Signal – nämlich, dass man die Energiewende auf Sparflamme setzen könne. Zudem seien nach einer Preisvergabe immer Nachahmungsprojekte festzustellen. Dennoch soll der Modus geändert werden: Sind es weniger als zehn Bewerber, fällt die Vergabe in diesem Jahr aus; dafür gibt es im Jahr danach auf jeden Fall eine Preisvergabe, bei der dann auch die Bewerber des Vorjahres berücksichtigt werden.

Kreisräte machen sich Gedanken

Die Kreisräte hatten sich Gedanken gemacht, wie man den Energiepreis aufwerten könnte. Martin Fink (CSU) regte an, alle Teilnehmer groß öffentlich und übers Jahr verteilt vorzustellen. Eine Jury werde man immer brauchen, entgegnete Schwarz, der Idee aber keineswegs abgeneigt. Nur wie könnte man mehr zur Teilnahme bewegen? Schwarz spricht schon Bauherren direkt an, wenn er von besonderen Projekten etwas mitbekommt. Aber: „Wir haben keinen Überblick über alle Projekte im Landkreis.“ Die Gemeinden vielleicht eher, glaubt Landrat Karl Roth. Und die Bewerbungsfrist? Von Juli bis 1. Oktober. „Ach, doch so lange“, meinte Roth – daran kann die geringe Bewerberzahl also nicht liegen. Bauanträgen sehe man Klimaschutzinitiativen in der Regel nicht an, warf Eva-Maria Klinger (CSU) ein und warnte, man könne von den Gemeinden nicht zu viel erwarten.

Dr. Wolfgang Weber-Guskar (FDP) schlug vor, man solle – kleines Wortspiel – ein Schwarz-Buch schaffen, in dem Klimaschutzthemen und Energiepreisbewerber öffentlichkeitswirksam vorgestellt würden. Alle Ideen werden gesammelt – daraus könnten neue Möglichkeiten erwachsen, die Teilnehmerzahl beim Energiepreis wieder nach oben zu bringen.

Vorerst keine Energieagentur

Eine Energieagentur als zentrale Schaltstelle für den Klimaschutz wird es derweil im Landkreis nicht geben. Das hat der Umweltausschuss entschieden und folgte damit einer Empfehlung von Klimaschutzmanagerin Josefine Anderer-Hirt. Eine solche Agentur, wie sie etwa im Allgäu erfolgreich arbeitet, würde derzeit im Landkreis wenig bringen, glaubt sie. Es werde bereits viel getan, auch wenn „manches an Wirksamkeit zu wünschen übrig lässt“. Es sei ein „mühsames Feld, aber wir bleiben dran“. Die Stelle der Klimaschutzmanagerin ist übrigens nicht mehr befristet, weswegen der Kreis das Themenfeld schon abdeckt. Andere Kreise planen eine Agentur, weswegen eine kreisübergreifende Agentur denkbar wäre, heißt es in der Sitzungsvorlage des Landratsamtes. Ein weiterer Aspekt dabei: Gefördert werden dürfte nur noch eine Energieagentur im Großraum München. 

Rubriklistenbild: © dpa

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