Vorbilder im Klimaschutz: Landrat Karl Roth (l.) zeichnete die Träger des zweiten Energiepreises gestern Abend im Landratsamt aus. Der erste Preis ging an Susi Kiehling und Thomas Allner-Kiehling (vorne, 2. und 3.v.l.), der zweite an Sabine (vorne, 3.v.r.) und Hans-Wilhelm Knape aus Hausen und der dritte an Max Müller aus Herrsching (vorne, 2.v.r.). Foto: Jaksch

Energiepreise: Nachhaltig bis in jedes Detail

Starnberg - Es geht auch ohne Öl, Gas und fremden Strom: Die Siegerhäuser des zweiten Energiepreises des Landkreises Starnberg, der am Abend vergeben wurde, verbrauchen weniger Energie als sie selbst erzeugen. Heuer gab es auch einen eindeutigen Gewinner: das Bio-Sonnenhaus Ammersee in Buch. Ein durchaus ungewöhnlicher Bau.

Rund 7000 Stunden Eigenleistung haben Susi Kiehling und Thomas Allner-Kiehling mit zwölf Helfern in ihr Sonnenhaus gesteckt, dessen Kern ein 14 000-Liter-Wassertank als Energiespeicher ist. 22 Tage ohne Sonne kommen sie damit aus. Strom oder Wärme beziehen müssen sie nicht, alles wird im und vom Haus erzeugt, vor allem durch Sonnenenergie. Regionalmanagerin Verena Papke, mit Herbert Schwarz vom Landratsamt für die Organisation des Preises verantwortlich, konnte in der Laudatio gar nicht alle Eigenschaften und Vorteile des ungewöhnlichen Hauses aufzählen - es waren zu viele.

Platz 2 ging an Sabine und Hans-Wilhelm Knape aus Hausen bei Gauting, die 2009/2010 dort ein Wohnhaus errichtet hatten, in dem auch eine Kindertagesstätte untergebracht ist. Fremde Energie braucht auch dieses Haus nicht. Max Müller aus Herrsching dagegen, Träger des dritten Preises, dient als außerordentlich gutes Beispiel, weil er sein Einfamilienhaus energetisch konsequent saniert hat.

Vier weitere Teilnehmer erhielten Urkunden: Werner Grünberger für sein Plusenergiehaus, das Architekturbüro von Czettritz für eine Sanierung in Starnberg, Alois Weindler aus Farchach für seine langjährigen Bemühungen an seinem Haus und der TÜV Süd für seine neue Niederlassung in Starnberg. Einen Anerkennungspreis erhielt der 18 Jahre alte Arbeitskreis Energie der Agenda 21 aus Gilching für sein ehrenamtliches Engagment; der AK hat beispielsweise alle Bürgersolaranlagen in Gilching initiiert.

Landrat Karl Roth freute sich über die Qualität der Bewerbungen und deren Zahl: 25 waren es, deutlich mehr als 2010. Die Preise wurden nur für konkret umgesetzte Projekte vergeben, nicht für "Fantasien und Hirngespinste". Eine Jury hatte die Bewerbungen eingehend geprüft und sie viele Häuser angesehen.

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