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Blickfang bei der eRuda auf dem Starnberger Kirchplatz: ein BMW i8.

E-Mobilität im Mittelpunkt

Von der Faszination, mit Strom zu fahren

Landkreis - Es muss nicht immer fossil sein, es geht auch elektrisch: Das ist die zentrale Botschaft der eRuda, die am Wochenende zum zweiten Mal stattfand. 165 Fahrzeuge waren dabei.

Am Ammersee ging es am Wochenende wortwörtlich rund: Die eRuda startete zum zweiten Mal in Inning eine eRallye rund um den See. Teilnehmen durften alle, die elektrisch die Straßen befuhren. Der schwächste elektrische Verkehrsteilnehmer trat mit dem Startschuss um 10 Uhr als Erstes in die Pedale: auf einem elektrischen Fahrrad, auf Fachdeutsch Pedelec. In allen Größenordnungen machten sich Fahrzeuge auf den Weg. „Über die Hälfte der angemeldeten Fahrzeuge waren bei der eRuda im vergangenen Jahr noch gar nicht auf dem Markt“, erklärte der Organisator Werner Hillebrand-Hansen am Informationstag im Haus der Vereine. Das Interesse an Elektromobilen ist stark gestiegen und das wirkte sich positiv auch auf die Teilnehmerzahlen aus: statt 105, standen aktuell 165 Fahrer auf der Liste.

Wiederholungstäterin war unter anderem Andrea Dewes. Eine einzige Fahrt im eMobil hatte die Münchnerin einst überzeugt. „Mit dem ersten Antippen vom Gas entwickelt es volle Kraft“, schwärmte sie. „Es macht einfach Spaß.“

Wolf Michael Dehnert ist Regionalmanager des Instituts Neue Mobilität. Der Herrschinger fährt auch privat ausschließlich elektrisch und stellte sich den Fragen Interessierter - und somit hartnäckigen Vorurteilen. Zum Beispiel zum Reichweiten-Problem. „Die neuesten Modelle schaffen bis zu 150 Kilometer.“ Wo aber lädt man das Fahrzeug mit dem exotischen Kraftstoff? Motor- und Fahrräder könne man an herkömmlichen Steckdosen aufladen. Für größere Fahrzeuge benötige man spezielle Ladestationen - und die gebe es nicht an jeder Tankstelle. Es gebe aber Apps, um E-Tankstellen zu finden, so Dehnerts Antwort.

Nach einem Abstecher nach Landsberg am Samstag, wo das Interesse der Bürger immens war, machte die eRuda-Flotte am gestrigen Sonntag in Starnberg Station. Auf dem Kirchplatz stand Elektroauto an Elektroauto, für den öffentlichen Verkehr war die Wittelsbacherstraße gesperrt. Unter den E-Autos waren ein umgebauter Trabi, eine Ente von Citroen und ein alter VW Käfer, dazu ein paar schicke teure Tesla, aber auch Gebrauchsfahrzeuge wie der Renault Zoe und Nissan-Modelle. Hingucker auf dem zum Parkplatz umgenutzten Kirchplatz war ein weißer BMW i8, ein rasanter flacher Sportwagen mit 360 PS, dessen Türen nach oben aufgehen. „Er ist in 4,4 Sekunden von 0 auf 100“, versprach sein Fahrer Peter Cammerer. Problematisch sei, dass die E-Autos so leise seien. „Viele Fußgänger erschrecken sich, wenn sie sich umdrehen und da steht plötzlich ein Fahrzeug.“ BMW habe deshalb in einem E-Modell künstliche Geräusche eingebaut.

Am Kirchplatz nutzten die Passanten auch die Gelegenheit, um mit E-Bike oder E-Roller oder E-Motorrad eine Runde zu fahren und sich über die Stärke der Akkus zu informieren.

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