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Zwar hat er die besten Jahre schon hinter sich. Dennoch soll dieser Teppich der Wertvollste der Welt sein.

900 Euro statt Millionen für Perser: Urteil erwartet

Augsburg/Starnberg - Bei einer Auktion erzielte ein Perser einen Rekordpreis - zum Ärger der Ex-Besitzerin. Die bekam deutlich weniger und fordert Schadensersatz. Am Freitag soll das Urteil fallen.

Diese Radiomeldung wird die ältere Dame niemals vergessen: In London sei ein Teppich - der zuvor bei einer Auktion in Augsburg für vergleichsweise mickrige 19.700 Euro über den Tisch gegangen war - für 7,2 Millionen Euro versteigert worden. Sofort ist der Frau klar, dass es sich um ihren alten Perser handeln könnte, den sie einem Augsburger Auktionator für noch lächerlichere 900 Euro überließ. Eine Klage auf Schadenersatz folgte. Nun wird im Rechtsstreit um den angeblich teuersten Teppich der Welt an  diesem Freitag (27. Januar) das Urteil erwartet. Eine außergerichtliche Einigung war zuvor gescheitert.

Die Dame fordert weiterhin Schadensersatz. Der Augsburger Auktionär hatte ihren geerbten Perserteppich aus dem 17. Jahrhundert auf 900 Euro geschätzt. Später brachte der Teppich mit dem Blatt- und Blumenmuster bei einer Auktion in Augsburg 19.700 Euro ein. Bei einer erneuten Versteigerung im Londoner Auktionshaus Christie's erzielte der Läufer dann umgerechnet die Rekordsumme von 7,2 Millionen Euro. Dafür will die frühere Besitzerin entschädigt werden.

Der Auktionator habe im Sekundentakt gearbeitet

Die Frau aus dem Raum Starnberg macht den Augsburger Auktionator dafür verantwortlich, dass ihr viel Geld entgangen ist und forderte anfangs 350.000 Euro. Das ist der Preis, auf den Christie's den Teppich vor der Auktion umgerechnet schätzte. Bei der Versteigerung kam es dann zu einer Bieterschlacht, die den Erlös in schwindelerregende Höhen trieb.

Später stimmte die Klägerin einem vorgeschlagenen Vergleich mit einer Zahlung von 100.000 Euro zu. Dies lehnte allerdings der beklagte Auktionator ab. Die Begründung: Wenn er dies zahlen müsse, könne er sein Geschäft dicht machen.

Warum der 338 mal 153 Zentimeter große Perserteppich so wertvoll ist, hat mehrere Gründe: Sein hohes Alter, die Herkunft aus der persischen Provinz Kerman, die hohe Zahl der Knoten und die Tatsache, dass er sich einst im Besitz der Comtesse de Béhague (1870-1939) befunden haben soll, die eine große Sammlung iranischer Kunst besaß.

Die Klägerin wirft dem Auktionator vor, dass er sich den sehr gut erhaltenen Teppich nicht genau angeschaut habe und schon nach einem kurzen Blick die Schätzsumme von 900 Euro notiert habe. Auch bei anderen Stücken habe er im “Sekundentakt“ gearbeitet. “Das ging zack, zack“, erzählte sie. Ihrer Ansicht nach hätte er Nachforschungen anstellen und erkennen müssen, dass es sich um einen außergewöhnlichen Teppich handelt.

lby

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