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Der Saal war voll.

Flora-Fauna-Habitat

Managementplan, der kaum wehtut

Weßling - Fachleute kartieren Gebiet um die Eichenalleen und Wälder rund um Weßling.

Es ist viele Jahre her, dass die Eichenalleen und Wälder rund um Meiling und Weßling in das europäische Fauna-Flora-Habitat-Programm aufgenommen wurden. Damals sorgte dies auch für einen Aufschrei, der Eigentümer und der dort angeblich lebende Hirschkäfer verursachte sogar kurzfristig eine Verzögerung bei der Planung der Weßlinger Umfahrung. 

Ob und was allerdings wirklich in dem etwa 330 Hektar großen Gebiet kreucht, fleucht und wächst, darüber konnte die Fachwelt nur spekulieren. In den nächsten zwei Jahren sollen Experten die Fläche im Rahmen eines Managementplans Natura 2000 genauer unter die Lupe nehmen. Was diese Kartierung für Konsequenzen für die Grundbesitzer hat und wie die Fachleute vorgehen war Inhalt der gestrigen Auftaktveranstaltung im Weßlinger Pfarrstadel.

An die 30 Zuhörer lauschten den Vorträgen, darunter Horst Guckelsberger vom Bund Naturschutz, Agenda-Mitglieder, Vertreter der Gemeinden Weßling und Seefeld sowie Grundbesitzer und Waldbauernchef Martin Fink. Christoph Feiereis vom Regionalen Kartierteam Oberbayern und Dr. Gabriele Anderlik aus München werden in den nächsten zwei Jahren Quadratmeter für Quadratmeter das Gebiet durchstreifen – ausgerüstet mit Kartiertafel, Stift und vor allem Standarddatenbogen. Ihr Augenmerk ist auf bestimmte Lebensraumtypen und Arten gerichtet.

Dazu zählen unter anderem naturnaher Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien, Waldmeister-Buchenwald, Auenwälder mit Erle und Esche, aber auch die Gelbbauchunke, der Kammolch und eben der Hirschkäfer. Wald- und Arten fallen in den Bereich von Feiereis, Gabriele Anderlik ist auf die offenen Flächen konzentriert, dort können so attraktive Pflanzen wachsen wie die Großblütige Braunelle, das Brand-Knabenkraut oder das Gewöhnliche Sonnenröschen. Am Ende der Kartierung soll Klarheit über die Qualität des FFH-Gebiets herrschen, es folgen die Abstimmung mit den Behörden, Runde Tische mit den Grundbesitzern und schließlich die Auslegung. Danach findet in einigen Jahren ein Monitoring statt, bei dem der Zustand bewertet wird. 

Steht der Managementplan, hat dies streng genommen nur in einem Punkt Konsequenzen für die Grundbesitzer: Für kartierte Biotope gilt ein aktives Verschlechterungsverbot. Dass heißt: Verändert sich das Biotop von selbst, ist das kein Problem. Der Waldbauer/Flurbesitzer darf nur nicht nachhelfen. Trotzdem ist die Stimmung zwischen den Grundbesitzern und den Behörden angespannt. „Die Positionen werden immer härter und driften immer weiter auseinander. Aber es geht nur miteinander“, sagte Martin Bachmann, Chef des Kartierteams Oberbayern. Man habe in der Kommunikation auch Fehler begangen, „das wollen wir jetzt besser machen“. 

Grundsätzlich sind die FFH-Richtlinien nicht bindend. Selbst die Kommunen stehen nicht in der Pflicht. Immerhin schicken die Behörden aber die Förster los, die den Privatbesitzer dann auf Missstände und gewünschte Verbesserungen aufmerksam machen sollen. Das schmeckte auch in der gestrigen Versammlung nicht allen. Gemeinsam mit Mitarbeitern der Regierung von Oberbayern und des Landratsamts Starnberg versuchten die Natura-2000-Kartierer, letzte Fragen auszuräumen. Wenn es jedoch um Baumaßnahmen an den FFH-Grenzen geht, oder Fällungen von Biotopbäumen in den Wäldern, greifen eher das Naturschutzgesetz und Vorgaben der Bauleitplanungen, als alle Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien.

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