Hoffen auf eine bessere Zukunft (v.li.): Helferin Elli Unverdross mit der dreijährigen Favour, Papa Okpe, Mama Evelyn und dem neu geborenen Baby Fidelia. foto: Jaksch

Fidelia ahnt von nichts

Wörthsee - Im Alten Rathaus sind zehn neue Flüchtlinge einquartiert worden. Die Helfer sind rund um die Uhr beschäftigt.

Noch schlummert sie ganz ruhig vor sich hin, die kleine Fidelia, was „die Fröhliche“ heißt. Erst wenige Tage alt, ahnt die Kleine nicht, dass ihre Zukunft ungewiss ist. Denn ob Papa Okpe, Mama Evelyn und die kleine Schwester Favour (3) hier bleiben dürfen oder nach Nigeria zurück müssen, kann niemand sagen. Letzteres wäre prekär, schließlich werden sie als Christen dort verfolgt. Das gilt auch für die anderen 20 Flüchtlinge, die im Alten Rathaus in Wörthsee untergebracht sind.

Ehrenamtlich werden die Männer, Frauen und Kinder von Beate Schnorfeil sowie Elli Unverdross und ihren Helfern unterstützt. Kein leichter Job, hört man sich die Schilderungen an. „Wir haben zuletzt zehn neue Flüchtlinge bekommen. Es war nichts vorbereitet. Wir wussten bis zuletzt nicht, ob Kinder dabei sind, denn wir hatten nur die Namen“, erklärt Unverdross (56). Zwar hätten die Menschen Betten und Schränke, aber von Spülmittel bis Essen fehle einfach alles.

Viel Aufwand bedeuten auch die Behördengänge und der Papierkram. „Sie können ja kein Deutsch, daher müssen sie von uns auch dabei unterstützt werden“, erklärt Unverdross. Aber dafür fehlen ihr die Helfer. Unverdross würde sich vom Landratsamt Starnberg mehr Hilfe erhoffen, gerade bei der Erledigung von bürokratischen Dingen. Aber sie weiß, dass die Situation gerade einfach alle überfordert. Die Facebook-Website „Welcome to Wörthsee“ hilft etwas. Dort können Interessierte nachlesen, was den Flüchtlingen fehlt. Und die Wörthseer sind laut Unverdross hilfsbereit.

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