Der Flächenbrand schwelt weiter

Herrsching/Pähl - Eine neues Gutachten, soll dafür sorgen, dass das Feuer, das im März 17 Hektar Schutzgebiet zerstörte, Verantwortung trägt - auch für die Kosten.

Irgendjemand muss den Feuerwehreinsatz in Aidenried im März dieses Jahres bezahlen. Zuletzt hatte die Gemeinde Pähl der Schutzgemeinschaft Ammmersee als Verursacher die Kosten in Höhe von rund 20 000 Euro in Rechnung gestellt, nachdem das strafrechtliche Verfahren wegen „unerheblicher Schäden“ eingestellt worden war. Die Gemeinde gab ein Gegengutachten in Auftrag, das nun vorliegt. Darin ist von erheblichen Schäden die Rede.

Wie berichtet, hatten Naturschützer Schnittmaterial verbrannt, obwohl schon seit Tagen Brandwarnstufe 3 bis 4 geherrscht hatte. Als Wind aufkam, entzündete sich ein Flächenbrand, der kurzfristg als Katastrophen-Fall galt. Insgesamt 17 Hektar Fläche wurden zerstört. Die Schutzgemeinschaft versicherte, dass sich die Natur schnell wieder erhole, also kein Schaden entstanden sei. Die Naturschutzverbände kamen zum gleichen Ergebnis. Das Gutachten, das der Gemeinde nun vorliegt, besagt etwas anderes. Bürgermeister Werner Grünbauer stellte es in der jüngsten Sitzung den Räten vor.

Während sich Schilf und Auengebüsch schnell von einem Feuer erholten, verhalte es sich bei dem auch betroffenen geschützten Auenwald anders, so das Gutachten. Auf 6000 Quadratmeter sei ein „nachhaltiger Schaden“ entstanden, so Grünbauer, „weit mehr als das tolerierbare Maß“. Grünbauer spricht von einem Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz und leitete das Gutachten weiter an den Staatsanwalt.

Unterdessen hofft er damit auch Druck auf das zivile Verfahren auszuüben. Der Gemeinde waren für Hubschrauber, Feuerwehr und Rettungsdienst mehr als 11 000 Euro in Rechnung gestellt worden. Reinhard Grießmeyer als Vorsitzender und Verantwortlicher der Schutzgemeinschaft erhielt deshalb von der Gemeinde einen Bescheid in derselben Höhe - und klagte. Der Verein habe weder vorsätzlich noch grob fahrlässig gehandelt, „es wäre nichts passiert, wenn nicht Wind aufgekommen wäre“, heißt es in der Klageschrift. Dabei gehe aus Vernehmungsprotokollen hervor, dass Grießmeyer von eigenen Leuten gewarnt worden sei, sagt Grünbauer. Es sei nicht berücksichtigt worden, dass die gemeindliche Feuerwehr stundenlang „keine eigenen Löschbemühungen entfaltete“, zitiert Grünbauer weiter aus der Klage. „Das ist eine Ohrfeige für alle Einsatzkräfte“, ärgert sich der Rathauschef. Er kann minutiös belegen, wann wer im Einsatz war, die Hubschrauber etwa nach nur einer Stunde. Insgesamt waren 230 Retter aus vier Landkreisen vor Ort. Wie berichtet, hatte auch Herrsching darüber nachgedacht, die Kosten reinzuholen. (grä)

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