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Getu Kassa aus Eritrea arbeitet auf dem Wertstoffhof.

Integration auf dem Wertstoffhof

AWISTA schafft Stellen für Flüchtlinge

Landkreis - Der AWISTA macht Nägel mit Köpfen: Drei Vollzeit-Stellen, die möglichst viele Teilzeitstellen ergeben sollen, stehen für Asylbewerber zur Verfügung.

„Wir wollen möglichst viele unterbringen mit dem Ziel, sie zu integrieren“, sagt AWISTA-Sprecher Matthias Rackwitz. Wer sich in eine Gesellschaft integrieren will, braucht zweierlei: Sprachkenntnisse und eine Beschäftigung.

Der Abfallwirtschaftsverband Starnberg (AWISTA) kann als Zweckverband Ein-Euro-Jobs für Asylbewerber anbieten. Sechs solcher Arbeitsverhältnisse gibt es auf den Wertstoffhöfen des AWISTA. Jetzt sollen aus diesen einfachen Jobs richtige Arbeitsverhältnisse werden.

„Wir wollen Asylbewerber beschäftigen“, unterstrich Verbandsvorsitzender Landrat Karl Roth in der jüngsten Versammlung. „Wir haben ein Budget festgelegt und wollen so viele wie möglich unterbringen. Alle 17 Wertstoffhöfe stehen zur Verfügung.“ Das Budget sind drei Vollzeitstellen, wie AWISTA-Sprecher Matthias Rackwitz erklärt. „Wir wollen viele Teilzeitbeschäftigungen daraus machen.“ Es gehe darum, möglichst viele unterzubringen mit dem Ziel, sie zu integrieren.

Dabei geht es dem AWISTA um die Integration, aber auch um die Sicherstellung der Arbeitsabläufe. „Wir haben viele, die von der Altersstruktur her in absehbarer Zeit ausscheiden“, sagt Rackwitz. Deshalb sei es auch aus unternehmerischer Sicht klug, die Asylbewerber über eine Lernbeschäftigung in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis zu bekommen. „Das ist für alle ein guter Weg.“

Natürlich gelte die Vorrangigkeitsprüfung, falls ein deutscher Arbeitnehmer auch geeignet für die Stelle wäre, unterstreicht Rackwitz. Anerkannte Asylbewerber dürfen nach drei Monaten arbeiten, dann ist die Vorrangigkeitsprüfung nicht mehr nötig.

Einer der Ein-Euro-Jobber beim AWISTA ist Getu Kassa aus Eritrea. Er nach Auskunft seines Arbeitgebers zuverlässig. „Wir sind sehr zufrieden mit ihm“, sagt einer seiner Kollegen. Kassa macht einen Deutschkurs, verständigt sich aber noch auf Englisch mit den Kollegen. „Einer von uns kann fließend Englisch, der übersetzt für uns alle“, sagt der Mitarbeiter.

Weitere Ein-Euro-Jobs könne der AWISTA derzeit kaum anbieten, sagt Rackwitz. „Die Kapazität ist beschränkt, wir sind jetzt an der Grenze. Sonst klappt die Betreuung nicht mehr so gut.“ Die Auswahl der Mitarbeiter passiere in enger Abstimmung mit den Helferkreisen, die eine Vorauswahl geeigneter Bewerber treffen. „Das funktioniert eigentlich sehr gut“, sagt Rackwitz.

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