Borkenkäfer an Fichten im Kreuzlinger Forst: Gerhard Walter (l.), Revierleiter der Bayerischen Staatsforsten in Gauting, zeigt Baumrinden, an denen der Borkenkäferbefall gut sichtbar ist. Hilfe bekommt Walter von Forstanwärter Jan Borsdorf, der befallene Bäume mit einem K markiert. Dieser müssen möglichst schnell gefällt werden. foto: rutt

Der Borkenkäfer ist zurück

Landkreis - Das Forstpersonal ist auf der Hut: Der Borkenkäfer kehrt zurück. Noch ist die Gefahr nicht greifbar. Aber wenn das kommene Frühjahr warm beginnt, könnte es brenzlig werden

Noch sehen die Fachleute in der Region rund um München keinen Grund zu größerer Sorge. „Die Zahl der vom Borkenkäfer befallenen Bäume bewegt sich gemessen am Gesamtbestand im Promillebereich“, sagt Wilhelm Seerieder, Leiter der Forstbetriebe München. Erhöhte Wachsamkeit hält er aber trotzdem für gegeben.

Immer wieder entdecken seine Revierleiter auf ihren Kontrollgängen Stämme, aus deren Rinde deutlich sichtbar das Bohrmehl bröselt. Dann ist meist der Buchdrucker am Werk, eine der hierzulande am weitesten verbreiteten Borkenkäfer-Unterart. Er befällt vor allem Fichten.

Im feuchten Frühjahr haben sich die wenigen Tiere, die auf dem Boden überwintert haben, kaum vermehrt. Das änderte sich in den heißen Wochen des Sommers. Für die Landkreise München und den nördlichen Bereich des Landkreises Starnberg hat die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft deshalb eine Borkenkäferwarnung herausgegeben. „Für den Landkreis Starnberg wird es nur bedenklich, wenn es die nächsten 14 Tage nicht regnet“, sagte Dr. Stephan Gampe vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim.

Bereits befallene Bäume müssen jedoch schnellstmöglich identifiziert, gefällt und abtransportiert werden. Das Holz, das sich oft durch Pilzbefall verfärbt, ist nur noch zweite Wahl und wird zu Schaltafeln oder Kabeltrommeln für den Bau verarbeitet. Wo der Borkenkäfer steckt, lässt sich allerdings nur schwer festmachen. „Er hat sich im Stillen vermehrt und aufgebaut“, sagt Martin Springer, Revierleiter des Forstgebietes Starnberg. Erst im Herbst oder Frühjahr könne man das Ausmaß des Befalls abschätzen

Und es gibt regionale Unterschiede im Landkreis Starnberg. Die trockenen Kiesböden im Norden sind stärker gefährdet vom Borkenkäfer als die feuchten Moränen im Süden. Jeden Tag kontrollieren die zuständigen Revierleiter der Bayerischen Staatsforsten den Waldbestand. „Der Befall im Landkreis hat bisher einen sehr geringen Umfang“, gibt Seerieder Entwarnung. Probleme werde es geben, wenn das nächste Frühjahr warm beginnt.

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