Kleidung und andere Waren aus zweiter Hand wird FortSchritt-Vorsitzender Peter von Quadt am 31. Januar feil bieten. Prominente Verkäufer unterstützen ihn dabei. Foto: ph

Behinderte wohnen betreut in eigenen vier Wänden

Starnberg - Die Vision schwirrt seit Jahren durch den Kopf von Peter von Quadt: Betreutes Wohnen für junge behinderte Menschen. Nun ist diese Idee des FortSchritt-Gründers kurz vor der Umsetzung.

Es ist nach Worten von Peter von Quadt einmalig in Deutschland, dass junge behinderte Menschen betreut in eigenen vier Wänden wohnen werden. „Rund um die Uhr werden sich Konduktorinnen oder Konduktoren um die jungen Erwachsenen kümmern“, sagt von Quadt. Der Vorsitzende des Vereins FortSchritt hat die konduktive Methode des ungarischen Artzes Andras Petö zur Förderung spastisch gelähmter Menschen, vor allem Kinder, nach Deutschland geholt. Die auf diese Methode spezialisierten Therapeuten nennen sich Konduktoren.

Die behinderten Menschen sollen ihr Leben weitgehend selbstständig bewältigen. Bei bestimmten Aufgaben und Tätigkeiten des täglichen Lebens sind sie aber auf fremde Hilfe angwiesen. „So lange behinderte Menschen im Kindesalter sind, gibt es viele Möglichkeiten der Therapie und Betreuung. Die entfallen oft, wenn sie das Erwachsenenalter erreicht haben“, bedauert von Quadt.

Er weiß, wovon er spricht. Er ist Vater eines spastisch gelähmten Sohnes. Simon von Quadt ist jetzt 28 Jahre alt. „Er möchte schon längst ein selbstständiges Leben führen und auch einen seinen Fähigkeiten entsprechenden Arbeitsplatz finden. Bisher aber wurden ihm nur Arbeiten in Behinderten-Werkstätten oder ähnlichen Einrichtungen angeboten“, erklärt Peter von Quadt. Und eine eigene Wohnung hat der junge Mann erst recht noch nicht gefunden, da Simon weitgehend auf Hilfe angewiesen ist. „Da blieb ihm nur, weiter in der Obhut der Eltern und der Familie zu bleiben, was ihm manches Mal ziemlich auf die Nerven geht“, räumt der Vater ein.

Als die Ilse Kubaschewski Stiftung ihr vormaliges Domizil im Medi-Center beim Klinikum Starnberg verlassen und von Quadt die frei gewordenen Wohnungen angeboten hatte, griff der sofort zu. Das bot sich geradezu an, denn im Erdgeschoss des Gebäudes an der Starnberger Oßwaldstraße betreibt FortSchritt schon eine Kinderkrippe, die sich derzeit auf den ersten Stock ausweitet. Darüber befinden sich sieben für behinderte Menschen zugeschnittene Appartements mit entsprechend geräumigen Sanitäranlagen. „Dem Einzug steht also nichts entgegen“, sagt von Quadt.

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