Freie Wähler watschen Initiativ-Verein ab

Weßling - Der Rücktritt von zwei Landwirten aus dem Vorstand des Vereins "Initiative zur Gründung eines Naturparks Fünfseenland" löste im Weßlinger Gemeinderat ein heftiges Nachbeben aus.

Dieser Schuss wäre beinahe nach hinten losgegangen: Im November hatte ein Weßlinger in der Bürgerversammlung den Antrag gestellt, die Gemeinde möge sich nochmals zu einem Naturpark Fünfseenland bekennen und dessen Gründung nach Kräften unterstützen. Doch anstatt diesen Antrag am Dienstag zu behandeln, vertagte der Weßlinger Gemeinderat das Thema lieber auf die nächste Sitzung.

Gestritten wurde trotzdem ausgiebig. Denn seitdem die Landwirte Siglinde Wastian aus Oberpfaffenhofen und Bernhard Högner aus Unterbrunn durch Rücktritt ihrem Rauswurf aus dem Vorstand des Vereins "Initiative zur Gründung eines Naturparks Fünfseenland" zuvorgekommen waren (wir berichteten), ist das Klima zwischen Initiative und Landwirten vergiftet. Wastian sitzt für die CSU im Weßlinger Gemeinderat. Laut Bürgermeister Michael Muther war der Antrag in der Bürgerversammlung von einem Mitglied der Naturpark-Initiative gestellt worden.

"Wir sind mit einer Initiative, die unsere Meinung nicht berücksichtigt, nicht einverstanden", sagte Thomas Ostermair (FW), selbst Landwirt. Zusammen mit Otto Heintz (CSU) hatte er deshalb beantragt, den Antrag aus der Bürgerversammlung zu vertagen. Roland von Rebay (CSU) war um Vermittlung bemüht. "Der Verein wurde gegründet mit dem Auftrag, die Landwirtschaft zu integrieren." Deshalb solle die Initiative bis zur nächsten Ratssitzung einen einvernehmlichen Vorschlag zusammen mit den Landwirten erarbeiten, wie der Konflikt beigelegt werden kann. Von Rebay bot sich dafür als Mediator an. "Ich möchte vermeiden, dass wir den Naturpark jetzt ablehnen, nur weil die Landwirte ausgeschlossen wurden."

Teile der Freien Wähler scheinen sowieso ein Problem mit der Initiative zu haben. "Der Verein ist die falsche Konzeption. Das ist eine rein touristische Veranstaltung", sagte Rasso von Rebay (FW). Deshalb solle der Tourismusverband Starnberger Fünf-Seen-Land die Federführung übernehmen. Peter Weiß (FW) setzte noch eins drauf: "Wie bei der Initiative mit den Landwirten umgegangen wird, ist hanebüchen. Dieses Organ ist ein Krebsgeschwür." Franz Leitner (CSU) bewertete die Vorgänge um Wastian und Högner als "demokratische Unverschämtheit". Wie die verhärteten Fronten bis zur nächsten Sitzung aufgeweicht werden sollen, war den Räten am Dienstag nicht klar. Nur eines wussten sie: "Schlimmer kann’s gar nicht mehr werden", sagte Otto Heintz.

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