Fuchsbandwurm-Projekt vertagt

Dießen - Die prekäre finanzielle Lage zwingt die Marktgemeinde Dießen zu einer Streichung im Präventiv-Bereich: Die geplante Beköderung gegen den Fuchsbandwurm wird vorerst auf Eis gelegt.

Rund 176 000 Euro waren für die Maßnahme gegen den Kleinen Fuchsbandwurm in Dießen für die nächsten Jahre eingeplant. Im Entwurf für den laufenden Haushalt stehen 50 000 Euro, die die Finanzausschussmitglieder nun aber herausnehmen.

Michael Behrendt (UBV) warnte vor diesem Schritt. Derzeit seien in Bayern etwa 33 Prozent der Füchse befallen, „es wird von einem hohen Risiko für die Menschen ausgegangen“. Derzeit würden im Freistaat im Jahr bis zu neun neue Fälle hinzukommen, zitierte Behrendt aus einem Gutachten. Weil zwischen Infektion und Krankheitsausbruch zehn bis 15 Jahre liegen, ist die Zahl der Neuinfektionen möglicherweise höher.

In der Ammerseeregion wird bereits erfolgreich gegen den gefährlichen Parasiten gearbeitet (wir berichteten). Für eine erfolgreiche Beköderung seien mindestens fünf Jahre notwendig, so Bürgermeister Herbert Kirsch. Es dürfe außerdem nicht so weit kommen, dass einige Gemeinden viel Geld aufwenden, die anderen nichts.

Immerhin: 2000 Euro für die Untersuchung des Risikos verbleiben nun erst einmal im Haushalt – als Signal an andere Gemeinden, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen. Die Jäger sollen aber auch weiterhin die Zahl der Tiere mittels Abschuss reduzieren, forderte Kirsch.

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