Die stattliche Bootshütte der Albers-Villa ist offensichtlich ein beliebtes Refugium. Es wurden dort schon häufiger Fremde gesehen, die vom Wasser her das Gebäude erreichen. Foto: Jaksch

Fremde Gäste auf Bootshütte des blonden Hans

Garatshausen - Die Garatshausener Bürger dürfen nicht auf dem Gelände der Albers-Villa feiern. Andere haben weniger Skrupel: Sie kommen vom Wasser und lassen es sich an der Bootshütte gut gehen.

Wenigstens ein Sommerfest würden die Garatshausener Bürger gern mal auf dem Areal der Albers-Villa feiern, das sie sonst nicht nutzen dürfen. Aber das ist ihnen bisher nicht genehmigt worden. Umso erstaunter beobachten sie, dass die Bootshütte am Ufer dieses eigentlich verschlossenen Grundstücks immer wieder mal von allen möglichen Leuten genutzt wird.

Dr. Andreas Kapphan, Vorstandsmitglied des Kulturvereins Garatshausen, argwöhnte bei einer Versammlung, das Bootshaus werde möglicherweise „an Hinz und Kunz“ vermietet. „Warum dann nicht an den Kulturverein?“ fragte er. Dieter Knauer, Geschäftsführer des zuständigen Staatsbetriebs Immobilien Freistaat Bayern, widerspricht auf Anfrage: Die Hütte werde nicht vermietet. Aufgrund früherer Angaben kursieren in Garatshausen aber Vermutungen, dass sie zumindest früher vermietet wurde, womöglich Freunden oder Verwandten der Verantwortlichen zur Verfügung gestellt worden ist.

Dass dort öfter Leute gesehen werden, bestätigt der Nachbar Dr. Herbert Reich. Erst vor zwei Wochen habe ein Paar mit einem großen Motorboot angelegt. Kein Wunder: Bootshäuser sind gefragt, doch der Allgemeinheit ist der Zutritt meist verwehrt. Erst kürzlich wurde wie berichtet bekannt, zu welch astronomischen Summen zurzeit solche Hütten gehandelt werden - oder vielmehr die für die Nutzung maßgeblichen Gestattungsverträge der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung. Für eine Bootshütte am Starnberger See sollen etwa 700 000 Euro gezahlt worden sein.

Angesichts solcher Summen zeigen sogar manche Garatshausener Verständnis dafür, dass ein leer stehendes Bootshaus einfach in Beschlag genommen wird. Gelegentlich sollen an der Albers-Hütte von früh bis spät Boote liegen. Einmal soll sogar jemand über Nacht geblieben sein. Die Bootshütte wird also quasi gelegentlich besetzt - so wie anderswo leer stehende Häuser. Behördenchef Knauer sagt, er habe davon nichts gewusst. Kontrolliert werde zwar, aber nur mit Stichproben. Knauer fordert die Garatshausener auf, entsprechende Beobachtungen der Münchner Regionalvertretung der Behörde zu melden: „Wir können nur tätig werden, wenn wir von so etwas wissen.“ nz

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