Die Gemeinschafts-Grabanlage in Inning hat eine Vorreiterfunktion. Foto: SvJ
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Die Gemeinschafts-Grabanlage in Inning hat eine Vorreiterfunktion. Foto: SvJ

Garten der Erinnerung

Inning - Feierlich hat Bürgermeister Werner Röslmair einen Memoriam-Garten in Inning seiner Bestimmung übergeben. Die blühend gestaltete Grabanlage ist die erste ihrer Art in Bayern.

Mehrere Gemeinderäte aus Inning, der evangelische Pfarrer Christoph Breit, Vertreter der Gemeinde Herrsching, Josef Holzer, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes Bezirk Oberbayern, und Grabkontrolleur Michael Hüser waren gekommen, um sich diese erste Anlage ihrer Art in Bayern anzuschauen. Rund drei Jahre hatte die Ammerseegemeinde nach einem Weg gesucht, die Bestattungsformen den heutigen Erfordernissen anzupassen. Das in den 70er-Jahren geplante Friedhofsareal sollte moderner und schöner gestaltet werden. Auch für die zunehmende Zahl an ungepflegten Gräbern, die die heute geforderte berufliche Mobilität und das Auseinanderreißen von Familien mit sich bringt, sollte eine Lösung gefunden werden. Gleichzeitig wollte die Gemeinde der immer öfter gewünschten Urnenbestattung mehr Raum geben.

Das Ratsgremium entschied sich gegen eine teuere Urnenwand und das Angebot eines Friedwaldes und für das Angebot des örtlichen Gärtnermeisters. Hans-Peter Hübsch hatte seit langem den die Idee, eine parkähnliche, mit Grabstelen ausgestattete Gemeinschafts-Grabanlage anzulegen. Ihm dankte der Bürgermeister, dass er etwas geschaffen habe, was bezahlbar und schön sei und den Gemeinderäten, die die Entscheidung mitgetragen hatten. Gemeinsam mit Steinmetzmeister Thomas Hölz aus Seefeld hatte Hübsch die Anlage geplant und auf eigene Kosten gestaltet. Die Gemeinde war für die Vorbereitung des Geländes zuständig.

Hübsch war mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Der Memoriam-Garten soll den Trauernden einen Ort der Ruhe und Besinnung bieten, an dem sie ihrer Verstorbenen gedenken können“. Eine Steinplatte im Garten bietet den Besuchern Raum für mitgebrachte Blumen und Kerzenschmuck, denn die Bepflanzung und regelmäßige Pflege führt Hübschs Gärtnerei im Auftrag der Treuhandgesellschaft bayerischer Friedhofsgärtner aus.

„Ich gratuliere ihnen, den Mut zu haben, einen anderen Weg zu gehen und eine Garten und Erinnerungsstätte anzulegen, um die sie zu beneiden sind“, lobte Herrmann Berchtenbreiter, Vizepräsident des Bayerischen Gärtnereiverbandes die Gemeindevertreter. In der Segnungszeremonie bat Pfarrer Pater Thomas Pendanam um Gottes Segen für „diesen schönen Garten“, an dem eine kleine Bank zum Verweilen einlädt.

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