Rundhölzer statt Vierkanthölzer: Die Räte sprachen von vorsätzlicher Täuschung. foto: svj

Gemeinderäte sprechen von vorsätzlicher Täuschung

Frieding - "Wir sind hier halt nicht in Kanada, sondern in Bayern." Mit diesen Worten brachte Ortsplanerin Vera Winzinger die Wut der Gemeinderäte über ein mit Rundholz erbautes Gebäude in Frieding zum Ausdruck.

"Die erste Planzeichnung ist dann vorsätzliche Täuschung gewesen, oder?" Entsetzt stellte Andreas Schöpf (SPD) diese Frage am Dienstagabend im Andechser Gemeinderat und sprach damit vielen seiner Ratskollegen aus der Seele. Diskutiert wurde über ein neu errichtetes Holzhaus an der Herrschinger Straße in Frieding.

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Die Gemeinderäte wussten zwar, dass ein Blockhaus entstehen solle, jedoch nicht, dass es aus Rundhölzern und nicht aus den üblichen Vierkanthölzern gebaut werde. „Ich hatte mich stundenlang mit den Eigentümern Zuhause hingesetzt, so war das nie geplant“, berichtete Ortsplanerin Vera Winzinger in der Sitzung. Jetzt stellte sich die Frage, ob die runden Balken eckig gemacht werden könnten. „Die Köpfe der Balken kann man sicherlich zurückschneiden“, erklärte Winzinger. Nur ob es im Verhältnis stehe, die kompletten Balken zu ändern, konnte in der Sitzung nicht geklärt werden.

Aber auch sonst entspricht das neue Holzhaus nicht dem genehmigten Gebäude: Unter anderem werde für die Garage der Bauraum überschritten, außerdem gebe es weitgeschwungene Überstände an den Hauskanten über zwei Geschosse, so dass die angrenzende Bebauung fast erdrückt werde. Außerdem ragt die Dachrinne zwei Meter über die Dachfläche hinaus. Die Andechser Gemeinderäte sprachen sich schließlich dafür aus, den Änderungen nicht zuzustimmen. Sie wollen, dass das Haus soweit wie möglich den ursprünglichen Plänen angepasst wird.

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