Sichtbare Erfolge nach wenigen Tagen

Wer hilft Shalom (5) aus Kenia?

Niederpöcking - Heftige epileptische Anfälle haben das Gehirn von Shalom schwer geschädigt. Hoffnung auf Linderung für das fünfjährige Mädchen aus Kenia verspricht die konduktive Therapie des Vereins FortSchritt in Niederpöcking.

„Shalom heißt Frieden auf Hebräisch“, flüstert May Tumaini mit traurigem Blick. Frieden, den wünscht sie sich für ihre Tochter Shalom. Nach einer Malaria-Erkrankung leidet das kleine Mädchen seit ihrem ersten Lebensjahr an starken epileptischen Anfällen - Anfälle, die Shalom manchmal bis zu sechsmal am Tag schütteln und zehn bis 15 Minuten andauern können. Ihre Mutter ist zwar Krankenschwester in Mombasa, sie konnte ihrer Tochter aber nicht helfen.

Ehrenamtliche Mitarbeiter des Vereins „Parea - Dein Projekt“ wurden auf Shaloms Leidensgeschichte aufmerksam und starteten eine Hilfsaktion: Sie sammelten Geld in Deutschland, um Shalom im Epilepsiezentrum Kork bei Kehl behandeln zu lassen. Auch Nachbarn und Freunde der Tumainis spendeten 3500 Euro. Denn sie wünschten sich alle, dass Shalom in der deutschen Klinik von der Epilepsie geheilt wird.

Als May vor einem Monat mit ihrer Tochter in Kork ankam, gab es ein böses Erwachen: Nach einer zehntägigen Diagnosephase stellten die Ärzte fest, dass Shalom nicht operiert werden kann - ihr Gehirn ist durch die schweren Anfälle irreparabel geschädigt. „Wir waren alle sehr enttäuscht“, erzählt Lisa von Lüzelburg, Vorsitzende von Parea. „Doch als wir sahen, wie gut die neuen Medikamente anschlugen, habe ich Shalom nach Niederpöcking zu FortSchritt geschickt.“

Der Verein nahm Shalom und ihre Mutter bei sich auf. Die Konduktorin Anita Jager kümmert sich seitdem um die Fünfjährige. „Als sie zu uns kam, konnte sie weder gehen, noch stehen. Außerdem gab ihr die Mutter nur pürierte Nahrung zu essen“, erklärt Jager. „Durch die Konduktive Therapie kann Shalom jetzt aufrecht laufen und isst im Sitzen. Manchmal geben wir ihr sogar feste Nahrung - es ist Wahnsinn, welche Fortschritte Shalom in nur zwei Wochen gemacht hat.“

Diese Verbesserung wurde auch durch die neuen Medikamente erzielt, die Shalom in Deutschland erhalten hat: Ihre Anfälle wurden weniger und das Mädchen ist wieder zu Kräften gekommen. „Die Medikamente sind allerdings sehr teuer“, sagt Silke Köhne, Pressesprecherin von FortSchritt. In wenigen Tagen fliegt Shalom wieder zurück nach Kenia. „Wie sollen wir daheim ohne die Förderung der Konduktoren weitermachen“, fragt sich indes ihre Mutter May.

Dafür hat sich FortSchritt schon eine Lösung überlegt. „Es wäre schön, wenn die Menschen weiterhin für Shalom spenden könnten“, sagt Köhne. „Damit würden die Medikamente bezahlt werden und Peter von Quadt, unser Geschäftsführer, könnte sich folgenden Traum erfüllen: Die Gründung eines Mikroprojekts „Konduktive Förderung in Kenia.“ Dort würden dann neben Shalom auch andere behinderte Kinder konduktiv gefördert werden - und dadurch vielleicht ein wenig Frieden gewinnen.

Spenden:

Der Verein Parea wird sich weiterhin um Shalom kümmern. Für die Medikamente nimmt er Spenden auf folgendem Konto entgegen: Spendenkonto GLS Bank, Kontonummer: 82 02 48 14 05, Bankleitzahl: 430 609 67.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Berufskrankheiten: Wenn man nicht wegschauen kann - "Meine Frau flippt regelmäßig aus deshalb"
Der Fahrlehrer, der seiner Frau die Richtung anzeigt; der Polizist, der auch privat ständig auf Autokennzeichen schaut; der Schönheitschirurg, der Narben als …
Berufskrankheiten: Wenn man nicht wegschauen kann - "Meine Frau flippt regelmäßig aus deshalb"
Junge Künstler an besonderen Orten
Wer sich für Kunst und Kultur interessiert, kommt diesen Monat im Landkreis Starnberg voll auf seine Kosten. Denn bei den „Juni Spielen schön jung“ gibt es auch dieses …
Junge Künstler an besonderen Orten
Buchsbaumzünsler: Verbrennen (fast) verboten
Vom Buchsbaumzünsler befallene Pflanzen werden am besten verbrannt. Allerdings geht das nicht überall - und einmal kam schon die Feuerwehr dazu.
Buchsbaumzünsler: Verbrennen (fast) verboten

Kommentare