Ohne S-Bahn ein Drittel billiger

Landkreis Starnberg - Die Immobilienpreise im Landkreis Starnberg steigen und steigen. Es gibt aber auch deutliche Unterschiede je nach Lage und Verkehrsanbindung.

In Steinebach gibt es S-Bahn-Anschluss, in Etterschlag nicht. Folge: Die Immobilienpreise in Etterschlag sind durchschnittlich um 35 Prozent niedriger als in Steinebach. Ähnlich groß ist die Preisdifferenz zwischen Andechs (keine S-Bahn) und Hechendorf (S-Bahn). Exakt ausgerechnet werden solche Daten vom so genannten Gutachterausschuss. Er veröffentlicht alle zwei Jahre die aktuellen Bodenrichtwerte für den Landkreis Starnberg, das nächste Mal am 30. Juni die für das Jahr 2014.

Die Preise steigen munter weiter, wie Ausschussleiter Dieter Sinning am Donnerstag beim ersten Starnberger Immobilien-Fokus im Aufkirchner Gasthaus Zur Post sagte. „Ich hätte vor zehn Jahren nicht gedacht, dass wir im Landkreis Starnberg so hohe Bodenpreise bekommen würden“, gestand er bei der Gemeinschaftsveranstaltung der Aigner Immobilien GmbH und der Steuerberatungsgesellschaft Dietloff und Oettinger.

In der Kreisstadt Starnberg sind gehobene Wohnlagen mittlerweile durchschnittlich um 55 Prozent teurer als einfache Wohnlagen, sagte Sinning. Seit dem Jahr 2010 weise die Preisentwicklung bei den gehobenen Wohnlagen „steil nach oben“. Diese starken Verteuerungen wirkten sich auch mehr und mehr in deutlichen Preissteigerungen der mittleren Wohnlagen aus. Grund: Immer mehr Leute könnten sich die von ihnen früher bevorzugten Toplagen nicht mehr leisten. Immer teurer wird auch das gesamte Würmtal. „Es driftet nach oben weg“, sagte Sinning. Von Krailling über Stockdorf und Gauting bis nach Starnberg seien deutliche Preissteigerungen zu beobachten. Die Bodenpreise orientieren sich dort nach seinen Worten stark an der Landeshauptstadt München.

Auch in den Gautinger Ortsteilen Unterbrunn und Oberbrunn könnte die Zeit der eher moderaten Preisentwicklung bei den Immobilien vorbei sein, sagte Sinning am Rande der Veranstaltung sagte: Die neue Umgehungsstraße dürfte sich nach seinen Erwartungen über kurz oder lang auch bei den Bodenpreisen verteuernd auswirken. Eher weniger zu spüren ist von den enormen Preissteigerungen laut Sinning in ländlichen Gebieten wie Aschering, Maising, Höhenrain oder manchen Tutzinger Ortsteilen wie Kampberg.

Völlig ungebremst nach oben geht es dagegen mit den Preisen bei Grundstücke an den Seeufern. Für sie gebe es wohlhabende Interessenten, sagte Sinning, „denen die Richtwerte mittlerweile egal sind“. Enorme Preise würden inzwischen selbst für reine „Freizeitgrundstücke“ an den Seeufern ohne Baurecht gezahlt. Auf denen könne man vielleicht nur ein Segelboot oder ein Surfbrett lagern oder den Grill anwerfen.

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