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Viel Arbeit wegen Corona: Roberto Mestanza bekommt viele Aufträge derzeit, so viele wie lange nicht. Andere Fernseh-Fachleute verspüren dagegen keinen gestiegenen Bedarf an Reparaturen.

Mehr Aufträge?

In der Corona-Krise ist der Fernseher das Fenster zur Welt

Für viele Menschen ist der Fernseher Kontaktmittel zur Außenwelt – während der Corona-Krise mehr denn je. Umso problematischer, wenn er nicht funktioniert. Da machen die TV-Experten zurzeit unterschiedliche Erfahrungen.

Landkreis – In ruhigen Zeiten daheim werden die Medien wichtiger: Zeitungen, Fernsehen, Internet. Sie bieten Kontakte zur Außenwelt. Umso problematischer also, wenn bei ihnen etwas nicht klappt. „Die Leute haben alle Angst, dass ihr Fernseher nicht mehr funktioniert, wenn sie nur noch zu Hause sind“, sagt Roberto Mestanza, der in Tutzing ein Unternehmen für Informationstechnik betreibt. Er hat einiges zu tun, wie er berichtet. Der „Auftragsdruck“ bei ihm sei stark wie schon lange nicht mehr. Immer wieder erhalte er Hilferufe, auch von Hausverwaltungen. Das Bild in der Branche ist aber nicht einheitlich.

Viel zu tun hat auch das Team von TV-Profi in Gilching. „Unser Terminkalender ist sehr gut gefüllt“, sagt Inhaber Irfan Korucenogullari. Die Mitarbeiter seien ständig unterwegs. Der Bedarf an Reparaturen sei aber nicht größer als vorher.

Auch bei Elektro-Kleber in Starnberg hat sich dieses Geschäft in der Zeit der Ausgangsbeschränkungen bisher nicht deutlich verstärkt, wie Geschäftsführer Ernst Kleber sagt. Er wundert sich darüber.

Ähnlich ist es bei Fernseh-Radio TV Näther in Dießen. „In letzter Zeit war es sowieso heftig, so wegen der Stürme“, sagt Inhaber Gert Näther. Da habe es verdrehte und beschädigte Satelliten-Antennen gegeben. Doch wegen der Corona-Krise habe sich die Nachfrage nach Fernsehreparaturen nicht besonders verstärkt. Sie sei etwa gleich geblieben.

Mit Ersatzteilen und Neuware gibt es nach übereinstimmenden Angaben der Fernsehexperten keine Probleme. Reparaturen seien in der Regel möglich, sagt Mestanza: „Die gängigen Ersatzteile haben wir auf Lager, oft können wir die Probleme sofort beheben.“ Auch mit Belieferungen durch den Großhandel klappe es bisher noch gut. Etwas rückläufig ist laut Näther der Verkauf, der zurzeit nur über Telefon und E-Mail abgewickelt werde. „In speziellen Fällen gibt es auch eine Beratung vor Ort“, sagt er, „mit entsprechenden Schutzmaßnahmen.“

Bei Mestanza macht sich zurzeit auch eine spezielle Entwicklung bemerkbar, wie er berichtet: der Neuaufbau der Marke Loewe, deren weitere Existenz für eine ganze Zeit recht unsicher war, durch einen neuen Eigentümer. Nach der Schließung des traditionsreichen Starnberger Fachbetriebs Kiffer sei er in der Region der einzige autorisierte Händler für diese Marke, sagt Mestanza.

Er wird gelegentlich auch mit Problemen durch andere Unternehmen konfrontiert. Bei älteren Bürgern, die kürzlich von Starnberg nach Tutzing gezogen sind, hat es mit dem Telefonanschluss überhaupt nicht geklappt, erzählt er. Er hat versucht, mit ihrem bisherigen Anbieter eine Lösung zu finden, doch das gelang ihm nicht. Über einen Kollegen hat er den Kunden dann einen anderen Telefonanbieter vermittelt.

von Lorenz Goslich

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