Wie es ist, nichts zu hören: Werner Hagedorn vom Landesverband Bayern der Schwerhörigen und Ertaubten (3.v.l.) zeigt Simon, wie es ist, taub zu sein. Beim Aktionstag des Landkreises in Gilching ging es allerdings auch um konkrete Alltagsfragen der Inklusion. Foto: Andrea Jaksch

Inklusion: Alle gehören dazu

Gilching - Die Inklusion soll im Landkreis Starnberg nicht nur eine Worthülse sein oder ein hehres Ziel, sondern mit Leben erfüllt werden. Ein erster Schritt war ein Aktionstag am Samstag in Gilching. Der Kreis stellt für ein Konzept rund 50 000 Euro zur Verfügung.

Inklusion - ein Schlagwort, das von Politikern oft und gerne in den Mund genommen wird. An der Umsetzung jedoch hapert es. Dem will der Landkreis Starnberg etwas entgegensetzen und organisierte im Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching den ersten „Aktionstag für Menschen mit und ohne Behinderung“. Die Botschaft war klar: „Alle gehören dazu.“

„Auch Menschen mit Handicap sind Leistungsträger und müssen sowohl im Privatleben wie auch in der Arbeitswelt gleichberechtigt behandelt werden. Dies fängt bereits im Kindergarten an“, sagte Christoph Winkelkötter, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Landkreis Starnberg (gfw). Er war einer der vielen Gäste auf dem Aktionstag, zu dem sich unter dem Motto „Gemeinsam stärker“ rund 200 behinderte und nicht behinderte Menschen trafen. Start war morgens mit einem Info-Teil und einer musikalischen Begrüßung durch „Claus Angerbauer and friends“. Der blinde Bluesbarde ließ sich zudem auf eine Diskussion über vernachlässigte Möglichkeiten der Inklusion ein. Gesprächspartner war Landrat Karl Roth.

Damit auch hörgeschädigte und schwerhörige Menschen alles mitbekamen, wurden die jeweiligen Vorträge und Diskussionen zum einen durch eine Gebärdendolmetscherin, aber auch durch ein Übersetzungsbüro in München, das akustisch mit der Veranstaltung verbunden war, in eine so genannte „leichte Sprache“ übersetzt und zeitgleich als Lauftext an die Wand projiziert. Schwerpunkt war grundsätzlich das Sammeln von Themen, die den Teilnehmern mit Handicap unter den Nägeln brennen.

„Es ist wichtig, dass das Thema Inklusion mehr noch in den Fokus gesellschaftlicher Aufgaben rückt und dass dafür auch Gelder zur Verfügung gestellt werden“, betonte Roth. Es gebe zwar staatliche Förderungen für das „Seniorenpolitische Konzept“ des Landkreises, doch eine Finanzierung des „Aktionsplans Inklusion“ stehe aus. Der Landkreis gehe nun mit gutem Beispiel voran, sagte der Landrat. „Wir haben dafür 50 000 Euro locker gemacht, ein Institut zur Umsetzung der Ideen beauftragt und eine Halbtagskraft im Landratsamt zum Thema Inklusion eingestellt.“

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