Plebiszit nicht alleinentscheidend

Inning - Die Informationsversanstaltung zur Windkraft macht deutlich, wie sehr das Thema die Inninger und Bürger aus Nachbargemeinden bewegt. 

Mit solch einem Besucheransturm auf der Bürgerversammlung zum Thema Windkraftanlagen hatte Bürgermeister Walter Bleimaier nicht gerechnet. Rund 200 Teilnehmer nahmen am Montag mehr oder weniger gelassen die drangvolle Enge im Inninger Haus der Vereine in Kauf, um mehr über das Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde und den Stadtwerken München (SWM) zu erfahren.

 „Sie entscheiden in zwei Wochen, ob das Projekt weiterläuft oder beendet wird“, wandte sich Bürgermeister Bleimaier eindringlich an die Zuhörer. Der Appell des Rathauschefs, am 8. Februar zur Abstimmung zu gehen, richtete sich jedoch an alle wahlberechtigten Inninger Bürger.

Nach seiner allgemein gehaltenen Einführung konnte auch SWM-Projektleiter Michael Tiefenbrunn nicht sagen, ob die drei, jeweils fünf Millionen Euro teuren Windräder einmal im Mauerner Wald errichtet werden. Sollte das Bürgervotum pro Windräder ausfallen, werden erst das danach in Gang gesetzte Bebauungsplanverfahren und vor allem die Windanalyse zeigen, ob sich das Projekt als machbar und wirtschaftlich erweisen wird. Das Fazit des SWM-Vertreters: „Wir wissen nicht, wo es am Schluss endet“.

Auf die individuellen Fragen der Besucher gingen die zahlreichen Experten der Stadtwerke, beauftragten Fachbüros und der Energiegenossenschaft Fünfseenland an vier Thementafeln ein. Diplom-Biologe Gerold Lang von der Freisinger Gesellschaft für Landwirtschaftsarchitektur erklärte unter anderem den Stand der arten- und naturschutzrechtliche Untersuchungen. Westenbussard, Roter und Schwarzer Milan seien im Standortbereich mangels passendem Nahrungsangebot nicht gesichtet worden, meinte der Experte.

Heftige Diskussionen wurden am Themenstand Emissionsschutz geführt, den das Bayreuther Ingenieurbüro IBAS betreute. „Man opfert eine Menge Natur für das grüne Gewissen von München“, ärgerte sich zum Beispiel das Mitglied einer aus Etterschlag (Gemeinde Wörthsee) angereisten Gruppe von Windradgegnern, während Gerd Mulert von der Energiegenossenschaft Fünfseenland über die diversen Beteiligungsmöglichkeiten informierte, die jedem Landkreisbürger offenstehen. Für den Vorstandsvorsitzenden der Genossenschaft ist das Projekt Windkraft zukunftweisend: „Unser Ziel ist es, dass der Strom aus Berg und Inning kommt.“

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