Poliert und matt nebeneinander: Die Gemeinde Gilching will dieses Bild jetzt doch auch in Zukunft auf ihren Friedhöfen dulden. Foto: Singer

Jetzt dürfen Grabsteine doch glänzen

Gilching - Das wochenlange Nachbohren von Steinmetz Günther Mühlbauer hat sich gelohnt: Die Gemeinde Gilching ändert die neue Friedhofssatzung.

Zum Jahreswechsel trat die neue Friedhofssatzung in Kraft. Eine Änderung: Polierte Grabsteine waren ab sofort verboten. Auch das Landratsamt als übergeordnete Behörde stimmte mit der Gemeinde in diesem Punkt überein.

Gilchings Bürgermeister Manfred Walter hat die Satzung nun noch einmal von einem Juristen überprüfen lassen - mit einem überraschenden Ergebnis. Rechtsanwalt Ulrich Steffen stellte fest, dass die Satzung doch nicht bestehen bleiben kann. „Es gilt hier der Grundsatz, dass man den Bürgern die Freiheit lassen muss, die Grabstätte nach ihrer eigenen Anschauung von Pietät, Ästhetik und Zweckmäßigkeit zu gestalten“, heißt es in der gemeindlichen Begründung zur geplanten Satzungsänderung, die am kommenden Dienstag, 23. Februar, im Gemeinderat behandelt wird. Problematisch ist auch, dass die Satzung für beide Gilchinger Friedhöfe gültig ist. Denn spezielle Auflagen wie das Verbot der polierten Grabsteine könnten nur gemacht werden, "wenn im Gemeindegebiet andere Friedhofe oder Friedhofsteile zur Verfügung stehen, für die solche zusätzlichen Anforderungen nicht gelten“. Deshalb soll der Gemeinderat beschließen, dass sich Grabsteine in ihre Umgebung einfügen müssen. Sprich: Wenn der Nachbar einen polierten Grabstein hat, darf man selber auch einen haben.

Ein paar Auflagen setzt die Gemeinde aber doch fest: „Jedes Grabmal soll dem Widmungszweck der gemeindlichen Friedhofe Rechnung tragen. Insbesondere die Verwendung völlig ungewöhnlicher Werkstoffe oder aufdringlicher Farben ist verboten.“ Zudem müssen Inhalte und Gestaltung der Inschrift mit der Würde des Friedhofs in Einklang stehen.

Auch interessant

Kommentare