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Zum Jubiläum ein Versprechen

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Zeitreise: Unter viel Beifall stellten die Schüler die Entwicklung der vergangenen 100 Jahre szenisch dar. Foto: svj
Zeitreise: Unter viel Beifall stellten die Schüler die Entwicklung der vergangenen 100 Jahre szenisch dar. Foto: svj

Weßling - 100 Jahre ist die Grundschule Weßling alt. Bürgermeister Michael Muther versprach beim Jubiläumsfest, ein neues Schulgebäude auf den Weg zu bringen - denn Nostalgie allein reicht nicht mehr aus.

Im Verhältnis zum Alter der Schule sei sie mit ihren 37 Schultagen relativ kurz da, sagte Maria Streifinger, die neue Schulleiterin der Grundschule Weßling. Dennoch mahnte sie beim Festakt anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Schulhauses, die Schule sei nicht mehr zeitgemäß und „wird den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht“. Zur Begrüßung überreichte ihr Bürgermeister Michael Muther einen bunten Blumenstrauß und versprach, alles zu tun, um ein neues und zentrales Schulhaus auf den Weg zu bringen.

Gefeiert wurde der 100. Geburtstag am Donnerstag in der ehemaligen Schul-Turnhalle an der Schulstraße, die mittlerweile zu einem kleinen Theater umgebaut worden ist. Im Beisein von rund 60 Ehrengästen und den Kindern, die einen Auftritt vorbereitet hatten, präsentierte sich erstmals auch die neue Schulleiterin als Flötistin. Im Trio mit Kira May, die ebenfalls die Querflöte spielte, und dem Cellisten Graham Waterhouse spielten sie „Rondeau“ von Devienne und „Song for a young lady“ von Keuning. Waterhouse begeisterte zudem als Solist mit einer originellen Vertonung des Gedichts vom Werwolf aus der Feder von Christian Morgenstern. „Ein Werwolf eines Nachts entwich von Weib und Kind, und sich begab an eines Dorfschullehrers Grab und bat ihn: Bitte, beuge mich!“

Viel Beifall gab es auch für die Grundschüler, die szenisch die Entwicklung der Schule von 1911 bis 2011 darstellten. Einer, der sich noch an die eigene Schulzeit erinnern konnte, war Muther. „Es ist immer wieder schee, in die Schule reinzukommen. Obwohl die Lehrer damals viel strenger waren.“

Um den Werdegang der Schule in kurzen Worten aufzuzeigen, blätterte der Rathauschef im Heimatbuch des ehemaligen Schulleiters Hans Porkert. Als wichtige Meilensteine sind da unter anderem festgehalten: 70 Schüler wurden seinerzeit von einer Lehrkraft betreut, 1916 kam der erste Protestant in die Schule, 1919 kam eine Hilfslehrerin hinzu, 1920 durften die Bauernkinder nicht mehr zur Schule gehen, weil Maul- und Klauenseuche herrschte.

Interessant für die Eltern aber war, dass bereits 1940 die Zusammenlegung der mittlerweile zwei Ortsteilschulen Oberpfaffenhofen und Weßling gefordert und auch angeordnet wurde. „Das hielt aber nur für drei Monate, dann war wieder alles beim Alten“, frotzelte Muther. Ja, und 1966 hielt dann das Fernsehen Einzug ins Schulhaus. „Zu dieser Zeit hatten fast alle der Familien noch keinen Fernsehapparat. Aber die Schule hatte schon einen.“

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