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Spatenstich im Feldafinger Naschgarten (v.l.): Norbert Russ (Bauhof), Brigitte Mogalle (Kinderkrippe), Bürgermeister Bernhard Sontheim, gfw-Chef Christoph Winkelkötter und Kathrin Kollmann (gfw). 

Natur und Umwelt

Junges Gemüse

Feldafing - Die Gemeinde Feldafing lässt auf einem 300 qm großen Grundstück am Rathausplatz einen Naschgarten anlegen. Bedienen kann sich jeder Bürger.

Bei der Lebensmittelqualität reagiert Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim besonders empfindlich. „Es gibt alles im Supermarkt zu kaufen, die Qualität ist aber meist minderwertig.“ Alarmiert ist er auch, dass sich das Geschmacks-empfinden der Bürger geändert hat. Ältere Menschen empfinden oft Supermarkttomaten als wässrig, die Jungen können mit dem intensiveren Geschmack selbst angebauter Tomaten nichts mehr anfangen. „Sie sind von der Industrie erzogen“, schimpfte der Rathauschef.

Jetzt hat er Konsequenzen gezogen und ein 300 Quadratmeter großes Grundstück in Bahnhofsnähe als Naschgarten anlegen lassen. Damit will er keinesfalls den hiesigen Landwirten Konkurrenz machen. Im Gegenteil: Er erhofft sich, dass der Naschgarten den Kindern deutlich macht, dass Früchte nicht im Supermarkt wachsen und dass Bürger davon überzeugt werden können, öfter mal regionale Produkte zu kaufen.

Christoph Winkelkötter von der Starnberger Gesellschaft zur Förderung der Wirtschaftsentwicklung (gfw) lobte das Pilotprojekt. „Die Aktion passt zu unserem Markenbildungsprozeß ,wert-schätzend‘“, sagte er beim ersten Spatenstich zum Setzen der Kartoffeln. Pate für die Idee des gemeindlichen Naschgartens stand die Stadt Andernach, die bereits mehrere kommunale Grundstücke als Nutzgärten anlegen ließ.

In den vergangenen Wochen hatte Norbert Russ vom Feldafinger Bauhof viel zu tun. Die Wiese hinter der Kinderkrippe gerodet, die Erde umgepflügt, mit Mist gedüngt, Wege angelegt und schon mal Radieschen und Möhren ausgesät. Bohnen, Grünkohl und Kürbis sollen folgen, auch an Beeren ist gedacht. Sind die Früchte reif, kann sich jeder Feldafinger bedienen. Gedacht ist auch an ein zusätzliches Kräuterbeet, das in der ersten Plätte, die zur Roseninsel fuhr, entstehen könnte.

Über die Aktion freut sich besonders die Leiterin der Kinderkrippe, Brigitte Mogalle. Sie hat es nicht weit zum Gemüsegarten, wird mit den Kindern regelmäßig vorbeischauen und freut sich schon jetzt auf das erste selbst gekochte Mittagessen aus dem Naschgarten.

Astrid Amelungse-Kurth

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