JM-Gesamtverband

Zu klein, zu arm - und am Ende

Tutzing - Eine Ära der Jugendarbeit endet: Der Gesamtverband JM wird aufgelöst. Die noch sechs Ortsvereine sollen aber bestehen bleiben. Sie müssen allerdings neu gegründet werden.

Ungläubiges Erstaunen, Sprachlosigkeit – so beschreibt der Präsident Thomas Kaiser die Reaktionen auf diese Nachricht: Der Gesamtverband der JM wird aufgelöst.

Seit 53 Jahren gibt es den Freizeitclub für junge Leute, der zunächst „Junge Mannschaft“ hieß und später in „Club junger Menschen“ umbenannt wurde. Hubert Hupfauf hat ihn gegründet. Kaiser, seit acht Jahren Hupfaufs Nachfolger, hat bei einem Notariat in Starnberg die Liquidation beantragt. Dabei geht es um den Gesamtverband JM, der auch Hauptverband genannt wird und für die Ortsvereine als Dachverband fungiert hat. Sechs Ortsverbände der JM bestehen noch: in Alling (Kreis Fürstenfeldbruck), Bernried (Kreis Weilheim-Schongau), Fuchstal (Kreis Landsberg), Andechs, Traubing und Tutzing (alle Kreis Starnberg). Kaiser hofft, dass sie trotz der Auflösung fortbestehen werden. Zu diesem Zweck müssen sie allerdings als selbstständige Einzelvereine neu gegründet werden. Signale, dass die Bereitschaft dazu besteht, scheint es aus den einzelnen Ortsverbänden zu geben. Hupfauf verweist darauf, dass der Hauptverband erst Jahre später als die Ortsverbände gegründet worden sei.

Den Anstoß für die Auflösung hat nach Angaben von Kaiser der Bezirksjugendring Oberbayern gegeben. Er habe die JM „aus der Mitgliedschaft entlassen“. Grund: Voraussetzung für sie sei Präsenz in mindestens sechs Landkreisen – bei der JM sind es aber nur noch vier Kreise. Nun kann die JM laut Kaiser weder über den Bezirk noch direkt durch den Bayerischen Jugendring auf Fördermöglichkeiten und Zuschüsse zugreifen. Auch immer mehr Sponsoren – meist frühere JM-Mitglieder – seien mit der Zeit weggefallen. Deshalb sei der Gesamtverband nicht mehr finanzierbar.

In Kraft treten wird die Auflösung erst nach Ablauf eines Sperrjahres (Pararaf 51 BGB). Der Gesamtverband hat über mehr als vier Jahrzehnte den Ortsverbänden Hütten für Freizeitaufenthalte zur Verfügung gestellt, Veranstaltungen, Sportturniere, Reisen, Quizmeisterschaften und vieles mehr organisiert. Die Mitgliederzahl der JM war über lange Zeit rückläufig. Ihren Höchststand hatte sie um das Jahr 1980 mit damals etwa 2200 Personen in sieben Landkreisen. Heute sind es nach Kaisers Worten nur noch rund 400 Mitglieder.

Früher gab es auch in etlichen anderen Orten des Landkreises Starnberg JM-Clubs – so in Berg, Feldafing, Gilching, Söcking oder Starnberg. Als vorerst letzter war der Feldafinger Club nach problematischen Vorfällen geschlossen worden (wir berichteten). In jüngerer Zeit fällt aber auch wieder eine gewisse Neubelebung auf, so besonders in Tutzing, wo die JM einst ihren Ursprung hatte.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Alkohol weiter Droge Nummer eins im Landkreis
Der Alkohol bleibt auch im Landkreis Starnberg die häufigste Droge, die Menschen in die Abhängigkeit führt. Das zeigen die neuesten Zahlen der zuständigen …
Alkohol weiter Droge Nummer eins im Landkreis
Starnberger begeistern sich für die brauen Tonne
Die flächendeckende Einführung der Biotonne im Landkreis Starnberg macht Fortschritte. Lediglich 667 Haushalte verweigern sich der braunen Tonnen. Mehr Bioabfall sorgt …
Starnberger begeistern sich für die brauen Tonne
Hunde und Würstl an Seen verboten
Der Hund muss daheimbleiben: In Erholungsgebieten sind Vierbeiner ab sofort im Landkreis Starnberg verboten. Und sein Essen sollte man zu Hause grillen.
Hunde und Würstl an Seen verboten
20 000 Feinde in einem Baum
Dem größten Feind des Waldbauern geht es so gut wie lange nicht: Die Population des Borkenkäfers ist auch im Landkreis hoch, das Landwirtschaftsamt schlägt Alarm. Beim …
20 000 Feinde in einem Baum

Kommentare