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Das Klinikum in Seefeld.

Klinikum Seefeld

Pleite vorerst abgewendet, nun wird erweitert

Seefeld - Starnbergs Klinikchef Dr. Thomas Weiler könnte schon sehr bald die Zügel der Chirurgischen Klinik in Seefeld übernehmen. Dafür gehen alle Beteiligten in die Offensive – und planen einen vierten Operationssaal.

Eigentlich wollte Helmut Friedrich (65) aus Hechendorf am 1. Mai in Rente gehen. 18 Jahre lang war er stellvertretender Geschäftsführer der Herrschinger Schindlbeck-Klinik. Gestern stellte ihn Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum beim Pressegespräch zum Thema Chirurgische Klinik Seefeld als deren neuen Geschäftsführer vor – maximal bis Ende 2017. Bis dahin soll die Übernahme durch das Klinikum Starnberg über die Bühne gehen und Starnbergs Klinikchef Dr. Thomas Weiler auch in Seefeld das Sagen haben.

Zu den Voraussetzungen dafür gehört allerdings, dass die Seefelder so schnell wie möglich einen vierten Operationssaal an das Krankenhaus anbauen. Das jedenfalls hat Weiler im Vorfeld gefordert. Kosten: knapp drei Millionen Euro. Bis die Übernahme durch die Starnberger Klinik abgewickelt ist – das könnte, da rechtlich kompliziert, bis 2017 dauern – bleibt der Krankenhauszweckverband 2016 Herr des Verfahrens und auch Zahlmeister. So jedenfalls haben sich das Weiler, Gum und der Zweckverband überlegt – der Aufsichtsrat der Starnberger Klinik muss dieses Konstrukt allerdings noch absegnen, und auch der Kreistag. „Wir wollten eigentlich eine größere Lösung“, erklärt Gum.

Das Ministerium für Gesundheit und Soziales allerdings gebe so kleinen und spezialisierten Kliniken wie Seefeld keine Zuschüsse. Also sollen erstmal die Schlagzahl erhöht und das Operationsspektrum erweitert werden – durch den vierten OP in Leichtbauweise. Für die Finanzierung haben sich Gum und sein Gemeinderat auch schon etwas überlegt. Das Grundstück hinter dem Krankenhaus, etwa 4000 Quadratmeter, gehört dem Zweckverband. Die Gemeinde Seefeld sucht schon lange Grund für den Bau eines Seniorenheims. „Wir könnten dem Zweckverband die Fläche abkaufen. Der hätte dann Geld für den OP. Eine Win-Win-Situation“, findet Gum. Und langfristig? Das Ministerium habe Zuschüsse für einen Anbau oder gar Neubau in Aussicht gestellt, „wenn wir unsere Zukunftsfähigkeit unter Beweis stellen“, sagt Gum. Man habe im Ministerium erkannt, dass die Klinik in Starnberg die Gesamtversorgung für den westlichen Landkreis nicht allein tragen könne. Für ihn stellt sich die Situation der im Herbst in finanzielle Schieflage geratenen Klinik heute deutlich besser da. „Es ist ein guter Tag für die Chirurgische Klinik Seefeld. Ich glaube, wir haben eine Perspektive."

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