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Am 15. März 2020 werden bei der Kommunalwahl in Bayern auch im Landkreis Starnberg die Bürgermeister gewählt.

Der Überblick

Bürgermeisterwahl 2020 im Landkreis Starnberg: Wahlen und Kandidaten

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Die Bürgermeisterwahl 2020 im Landkreis Starnberg wird spannend. Hier finden Sie einen Überblick über Gemeinden und Kandidaten bei der Kommunalwahl.

Landkreis – Am 15. März 2020 sind bei der Kommunalwahl in Bayern auch im Landkreis Starnberg mehr als 100.000 Menschen aufgerufen, den Landrat, die Bürgermeister, die Gemeinderäte sowie – in Starnberg – den Stadtrat zu wählen. Auch wenn längst noch nicht alle Kandidaten feststehen, so bergen einige Konstellationen jetzt schon gehörig Spannung in sich.

Starnberg: Mit Patrick Janik (UWG, CSU, SPD, Bürgerliste), Kerstin Täubner-Benicke (Grüne) und Marc Fiedler (FDP) wollen drei Mitbewerber Amtsinhaberin Eva John (Bündnis Mitte Starnberg, BMS) vom Thron stürzen. Als gemeinsamer Kandidat von vier Parteien und Gruppierungen verfügt Janik über eine Unterstützerbasis, wie sie Eva John 2004 zahlenmäßig hatte.

Berg: Ein Dreierbündnis hat in Berg einen gemeinsamen Kandidaten. Bürgergruppe (BG), Einigkeit Unabhängige Wählergemeinschaft (EUW) und SPD schicken Rupert Steigenberger ins Rennen. Weitere Kandidaten sind Elke Link (Quer Unabhängig Heimatverbunden, QUH), Anke Sokolowski (FDP) und Robert Schmid (CSU).

Seefeld: Diese Konstellation dürfte einmalig sein. In Seefeld will Petra Gum (FWG) die Nachfolge ihres Ehemanns Wolfram antreten, der 30 Jahre lang als CSU-Bürgermeister die Geschicke leitete. Für die CSU tritt dagegen Klaus Kögel an. Mit dabei sind auch Johanna Senft (Bürgerverein Seefeld, BVS) und Thomas Zimmermann als Kandidat der Grünen.

Andechs: Nach 25 Jahren als Sprecher des Landkreises wollte sich Stefan Diebl als parteiloser Kandidat um das Bürgermeisteramt bewerben - zog die Kandidatur aber wegen Krankheit zurück. Er wurde unterstützt von CSU und Grünen. Seither ist Robert Klier (Bürgergruppe) der einzige Bürgermeister-Kandidat in Andechs.

Wörthsee: Amtsinhaberin Christel Muggenthal tritt wieder an – allerdings nicht mehr für ihre Partei, die SPD, sondern als unabhängige Kandidatin. Florian Tyroller (Grüne) und Thomas Ruckdäschel (CSU) sind ebenfalls mit im Rennen.

Gauting: Vizebürgermeister Dr. Jürgen Sklarek (Miteinander Füreinander, MiFü 82131) tritt gegen Amtsinhaberin Dr. Brigitte Kössinger (CSU) an, dazu kommen Wolfgang Meiler (Bürger in Gauting, BiG), Tarek Luft (MfG und Piratenpartei) sowie der parteilose Hans Wilhelm Knape für die Grünen.

Kommunalwahl 2020 in Bayern: Welche Aufgaben hat der Bürgermeister?

Dießen: Nicht weniger als sieben Kandidaten buhlen um die Gunst der Wähler und um die Nachfolge von Amtsinhaber Herbert Kirsch, der nach 30 Jahren nicht mehr antritt. Es sind Florian Zarbo (FW), Sandra Perzul (Dießener Bürger), Marianne Scharr (parteilos), Hanni Baur (SPD), Volker Bippus (Unabhängige Bürgervereinigung, UBV), Gabriele Übler (Grüne) und Roland Kratzer (CSU).

Feldafing: Amtsinhaber Bernhard Sontheim (Freie Wähler) tritt wieder für die Bürgergruppe an. Bislang gibt es drei weitere Kandidaten: Anton Maier (Grüne) will Rathauschef werden. Matthias Schremser tritt für die CSU an. Jakob Stillmark kandidiert für die SPD), die Aufstellung fand im November statt.

Tutzing: In Tutzing findet 2020 keine Bürgermeisterwahl statt. In der Gemeinde wurde erst Anfang 2018 Marlene Greinwald (Freie Wähler) zur Rathauschefin gewählt. Der Urnengang außerhalb des Turnus von sechs Jahren war nötig geworden, weil Amtsinhaber Rudolf Krug im Sommer 2017 verstorben war. Marlene Greinwald gewann die Stichwahl gegen Florian Schotter (CSU). Bernd Pfitzner (Grüne) war nach dem ersten Wahlgang ausgeschieden. Die nächste Bürgermeisterwahl in Tutzing findet 2024 statt. 

Pöcking: Amtsinhaber Rainer Schnitzler (Freie Wähler) tritt wieder an und wurde als PWG-Kandidat offiziell nominiert. Es gibt bereits einen Herausforderer: CSU-Ortsvorsitzender Wolfram Staufenberg will ebenfalls Bürgermeister werden.

Herrsching: Bürgermeister Christian Schiller (parteilos) möchte eine weitere Amtszeit im Rathaus. Mittlerweile gibt es drei Gegenkandidaten: Fromuth Heene von der CSUAlexander Keim von der FDP und Matti Müller von der SPD.

Weßling: Das sieht nach einer Stichwahl 2020 in Weßling aus. Gleich vier Kandidaten wollen Bürgermeister werden: Andreas Lechermann (CSU) Sebastian Grünwald (Grüne) und Klaus Ebbinghaus als Kandidat der SPD und Roland von Rebay, langjähriger Gemeinderat für unterschiedliche Fraktionen (CSU, FDP) und jetzt parteifrei.

Gilching: Manfred Walter (SPD) tritt bei der Kommunalwahl 2020 noch einmal als Bürgermeisterkandidat in Gilching an. Eine Stichwahl scheint wahrscheinlich: Mit Diana Franke (Grüne)Hartwig Reinersmann (FDP), Harald Schwab (CSU) und Antonio Inverso (FW) gibt es vier Gegenkandidaten.

Inning: Bürgermeister Walter Bleimaier (CSU) will 2020 für eine weitere Amtszeit bestätigt werden. Angelika Wenisch (SPD) und Birgit Schlögl (Freier Bürger Block, FBB) möchten ihn als neue Bürgermeisterin ablösen.

Kommunalwahl 2020 in Starnberg: Bislang fünf Kandidaten als Landrat

Landratsamt: Fünf Politiker wollen Landrat Karl Roth (CSU) beerben, der nach zwölf Jahren im Amt nicht mehr antritt. Dazu gehören mit Stefan Frey (CSU) und Martina Neubauer (Grüne) zwei Duzfreunde aus dem Starnberger Stadtrat. Hinzu kommen Christiane Kern (SPD), Matthias Vilsmayer (FW) und Cedric Muth (FDP).

Wie viele Wahlberechtigte gibt es bei der Kommunalwahl 2020 im Landkreis Starnberg?

Kreiswahlleiter Holger Albertzarth geht von etwa 105 000 Stimmberechtigten aus. Bei der Wahl im März 2014 waren 103 622 Menschen im Landkreis Starnberg aufgerufen, ihre Stimme abzugeben – alle Staatsangehörigen der Europäischen Union ab 18 Jahren.

Stichwort Brexit: Was ist mit den Briten im Landkreis?

Das hängt davon ab, wann Großbritannien die Europäische Union verlässt. Denn Fakt ist: „Unionsbürger am Wahltag sind stimmberechtigt“, sagt Albertzarth. Sollte sich der Brexit also weiter herausziehen, dürfen die 464 im Landkreis lebenden Briten wie alle anderen EU-Bürger wählen. Erfolgt der Brexit schon zum 31. Januar, hat sich das Thema erledigt. Problematisch wird’s hingegen bei anderen Terminen, beispielsweise einem Brexit Ende Februar. Dann nämlich würden die Briten im Laufe des Februar zunächst ganz normal ihre Wahlberechtigung bekommen (weil EU-Bürger), stimmberechtigt am 15. März wären sie dann aber nicht mehr (weil dann kein EU-Bürger). Allerdings könnten sie in der Zwischenzeit natürlich per Briefwahl abstimmen. „Ich bin gespannt, was da noch kommt“, sagt Albertzarth.

Wie ist generell der Zeitplan für die Kommunalwahl 2020?

Seit Dienstag 17. Dezember 2019, können Wahlvorschläge offiziell im Landratsamt eingereicht werden. Bis Donnerstagvormittag waren vier Vorschläge eingegangen. Am schnellsten war die SPD mit der Liste für den Kreistag und der Landratskandidatin Christiane Kern, es folgten die Freien Wähler mit ihrer Kreistagsliste und ihrem Landratskandidaten Matthias Vilsmayer. Die Frist für die Abgabe der Wahlvorschläge endet am 23. Januar um 18 Uhr. Wer noch Unterstützerunterschriften nachweisen muss, hat dafür bis zum 3. Februar Zeit. Am 4. Februar tagt der Wahlausschuss und prüft alle Anträge. Einwendungen dagegen können bis 10. Februar eingereicht werden. Anschließend gehen die Stimmzettel in Druck.

Wie schaut es in den Rathäusern bei der Kommunalwahl 2020 im Kreis Starnberg aus?

Die Vorbereitungen für die Wahl haben längst begonnen. Die Stadt Starnberg hat beispielsweise schon 320 Wahlhelfer rekrutiert. Insgesamt werden 370 benötigt. Das sind gut 100 Wahlhelfer mehr als bei der Landtagswahl 2018. Der Grund dafür ist der deutlich höhere Aufwand. Dafür werden die Wahlhelfer auch entsprechend belohnt: Das Erfrischungsgeld pro Person beträgt 120 Euro, 50 Euro mehr als bei der Landtagswahl. Bei einer Stichwahl gibt es zusätzlich 50 Euro.

Ist die Suche nach Freiwilligen für die Kommunalwahl 2020 schwer?

Ja. In Starnberg etwa fehlen noch 50 Wahlhelfer. Auch in Gauting gestaltet sich die Suche nicht einfach: „Bei den vergangenen Wahlen hat sich gezeigt, dass viele Helfer sehr frustriert waren, weil sie teilweise bis morgens um 5 Uhr auszählen mussten“, sagt Charlotte Rieboldt von der Pressestelle der Gemeinde. „Deshalb ist es für uns schwierig, genügend Wahlhelfer zu finden.“

Diesmal werde das Auszählen aber anders geregelt, sagt sie. Erstmals sollen auch elektronische Hilfen in Form von Barcode-Scannern zum Einsatz kommen. In Gauting werden Wahlhelfer mit 100 Euro für den Wahltag vergütet, mit 40 Euro für den darauffolgenden Montag und zusätzlichen 60 Euro im Falle einer Stichwahl

In einer kleinen Gemeinde wie Andechs scheint die Suche weniger problematisch zu sein. „Im Moment sieht es zwar noch eher mau aus, bisher haben sich nur fünf oder sechs Helfer gemeldet“, sagt Ordnungsamtsleiter Peter Kirchbichler. „Das liegt aber daran, dass wir noch nicht gezielt gesucht haben.“ Das will Kirchbichler erst Anfang 2020 in Angriff nehmen. „Das ist der Vorteil einer kleinen Gemeinde: Man kennt die meisten Leute persönlich oder zumindest vom Sehen und weiß, wen man fragen kann.“ 48 Wahlhelfer will die Gemeinde für die Kommunalwahl verpflichten. „Sie zu finden, sollte vergleichsweise unproblematisch sein“, ist sich Kirchbichler sicher.

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