Rennen um AKK-Nachfolge: Nächster prominenter CDU-Politiker macht ernst

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Kommunalkunden müssen nun für ihr Guthaben auf ihren Giro- und Tagesgeldkonten so genannte „Verwahrentgelte“ zahlen.

Finanzen

Kreissparkasse kassiert Negativzinsen

Landkreis – Es ist soweit: Die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg verlangt Zinsen für das Guthaben ihrer Kunden. Bislang sind aber nur die Kommunen betroffen.

Der Name macht den Unterschied. Gebühren für Guthaben werden landläufig als „Negativzinsen“ bezeichnet. Die Kreisssparkasse redet aber viel lieber von „Verwahrentgelten“, wenn sie davon spricht, dass Kommunalkunden ab sofort Negativzinsen bezahlen müssen.

„Mit dem Schritt, die negativen Geldmarktzinsen in Form von Verwahrentgelten an unsere Kunden weiterzugeben, haben wir uns lange zurückgehalten“, schreibt Kerstin Brehm, Sprecherin der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, als Antwort auf eine Anfrage des Starnberger Merkur.

Das ist jetzt vorbei: Ab 1. Februar sollen die Landkreise, Städte und Gemeinden, die Kunden der Sparkasse sind, Zinsen auf die Guthaben auf ihren Giro- und Tagesgeldkonten bezahlen. Aber warum? Banken müssen selbst dafür zahlen, wenn sie Geld bei den Zentralbanken parken. Einige stellen das bereits jetzt ihren Kunden in Rechnung, behauptet die Kreissparkasse: „Inzwischen verzeichnen wir jedoch bereits Einlagenzuflüsse infolge von Verwahrentgelten, die unsere Wettbewerber eingeführt haben.“

Konkret hat das Geldinstitut nach Informationen des Starnberger Merkur seinen kommunalen Kunden folgendes Angebot gemacht: Das durchschnittliche Guthaben des vergangenen Jahres bleibt auch heuer zinsfrei. Summen, die darüber hinaus gehen, werden mit 0,4 Prozent verzinst. Bei einem Betrag von 10 Millionen Euro, den so mancher Bürgermeister im Landkreis im Gemeinde-Sparstrumpf hat, würde das 40 000 Euro ausmachen – ein frischsanierter Spielplatz weniger. Das Problem: Die Sparkasse befindet sich nach wie vor in kommunalem Besitz. Eigentümer sind die Landkreise. Insofern bittet das Geldinstitut also seine eigenen Besitzer zur Kasse. „Mit der Freibetragsregelung honorieren wir die besondere Stellung der Kommunen. Soweit Kommunen im Kreditgeschäft mit uns zusammenarbeiten, profitieren sie auch in erheblichem Umfang von den aktuellen Marktzinsen“, schreibt Kerstin Brehm dazu.

Betroffen ist auch das Landratsamt. „Wir werden alles versuchen, die Guthaben so auf den Konten zu verteilen, dass keine Strafzinsen anfallen“, sagt Kreiskämmerer Stefan Pilgram. Zur Not auch auf Konten bei anderen Banken. Das allerdings würde jede Menge zusätzliche Arbeit machen.

Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum macht die Geldpolitik rasend – aber nicht, weil er sich über die Sparkassen ärgert. „Die nicht verständliche Politik der Zentralbank verhilft den ärmeren Ländern zu mehr Geld, zerstört bei uns aber funktionierende Systeme. Und wir stehen staunend daneben.“ Das einzig Positive für Seefeld: „Nachdem wir heuer eine exorbitante Kreisumlage zahlen müssen, gehen die Rücklagen ohnehin drauf. Wir sind also nicht betroffen.“

Gums Amtskollege Manfred Walter in Gilching hat weniger Verständnis für die Sparkasse. „In guten Zeiten haben sie uns auch nicht partizipieren lassen“, sagt er. Seine Behörde wird mit Umschichtungen auf die Ankündigung der Sparkassen reagieren. „Andernfalls müssten wir etwa 40 000 Euro zahlen“, sagt Walter.

Pöckings Bürgermeister Rainer Schnitzler sieht es pragmatisch: „Es gibt ja mit der VR-Bank noch eine andere Bank im Landkreis. Wir haben unsere Rücklagen ohnehin bei zahlreichen Banken in ganz Deutschland verteilt.“ Bergs Bürgermeister Rupert Monn sieht nun die Zeit gekommen, die 10-Millionen-Rücklage seiner Gemeinde auszugeben: „Dann bauen wir halt jetzt das neue Rathaus.“

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