Kritik an Bebauungsplan für Campingplatz

Seefeld - Der Entschluss der Gemeinde Seefeld, für den Campingplatz des Grafen Toerring am Pilsensee einen Bebauungsplan aufzustellen, stößt beim Bund Naturschutz auf Kritik.

Der Bund Naturschutz sei „äußerst befremdet“ dass auf dem aufzulassenden Nordteil des Platzes eine 7500 Quadratmeter große Fläche mit einem Jugendzeltplatz, Kneipp-Anlage und Parkplätzen bebaut werden solle, schreibt Wolfgang Rapp von der Kreisgruppe in Starnberg in einer Pressemitteilung. 1992 sei es nach jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen zu einem Vergleich zwischen dem Besitzer, Graf Toerring, und dem Freistaat Bayern gekommen mit dem Ergebnis: „Der südliche Teil erhält eine dauerhafte Bestandssicherung durch einen zu erstellenden Bebauungsplan, im Gegenzug wird der Nordteil aufgelöst und einer naturverträglichen Nutzung innerhalb des Landschaftsschutzgebiets Westlicher Landkreis Starnberg zugeführt“, so Rapp. Der Bebauungsplan widerspreche gerichtlichen Vergleich „und sieht nach bewährter Salamitaktik aus“, findet er.

Der Bund Naturschutz fordert den kompletten Rückbau des nördlichen Teils und bezweifelt die Notwendigkeit der Anlage von 443 Parkplätzen für Tagesgäste. „Die Zeiten, in denen Kapazitäten für Maximalbelastungen an drei bis vier Wochenenden im Jahr ausgebaut werden, sollten unter dem Zwang zum Flächensparen endgültig vorbei sein“, meint Rapp. Die Nebenanlagen könnten im verbleibenden Südteil integriert werden und dort mit entsprechender Eingrünung für eine gewünschte Auflockerung der doch recht eintönigen Stellplatzflächen sorgen. „Wenn diese Stellplätze dadurch um einige der geplanten 495 weniger werden, ist das für den Bauwerber wohl zumutbar, insbesondere wenn man den durch die baurechtliche Bestandssicherung exorbitanten geldwerten Vorteil auf Generationen hinaus in Betracht zieht“, meint Rapp.

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