Ausgezeichnete Kunst und ihre stolzen Macher: Steffi Kieffer, Sabine Berr, Gesine Dorschner, Enno Müller-Spaethe, Monika Roll, Felix Maizet, Cristina Blank, Landrat Karl Roth, Ursa Wilms und Stefanie Pietsch. Foto: Jaksch

Hüterin eines wunderbaren Schatzes

Landkreis Starnberg - „Wir brauchen Schönheit“, sagt die Malerin Sabine Berr. Die Kuturpreisträgerin 2014 des Landkreises Starnberg berührte die zahlreichen Gäste bei der Verleihungsfeier im Landratsamt mit wenigen Sätzen

Die naturverbundene Weßlingerin erinnerte daran, dass „wir hier einen wunderbaren Schatz haben, der unbedingt erhalten werden sollte“. Außer Sabine Berr fanden an diesem Abend auch die weiteren Preisträger und ihre jeweiligen Laudatoren passende und einfühlsame Worte.

Gautings Altbürgermeisterin Brigitte Servatius würdigte die Trägerin des „Anerkennungspreises 2014“, die Malerin, Kunsttherapeutin und Werkleiterin Ursa Wilms, als „bärenstarke, kraftvolle Persönlichkeit“. In zwölf Jahren Tätigkeit im Gautinger Mädchenheim habe die gebürtige Rheinländerin den jungen Frauen dieser therapeutischen Einrichtung über den Weg des Zeichnens und Malens und der Musik „dabei geholfen, ihren guten Kern zu finden und zu stärken“. Dieser von Ursa Wilms über Jahre hinweg genutzte „Kraftgeber Kunst“ habe auch dazu beigetragen, dass Gemeinde und Mädchenheim zueinander fanden. „Sie gehören zu uns nach Gauting“, sagte die Altbürgermeisterin. Wilms bedankte sich mit launigen Worten für ihre mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung: „Es ist auch ein Glücksfall, dass ich diese Stelle damals gefunden habe. Ich wäre ein anderer Mensch, wenn ich nicht malen würde, und freue mich, dass ich hier so absahnen durfte.“

Herrschings Bürgermeister Christian Schiller war es vorbehalten, die mit dem Kulturförderpreis (3000 Euro) ausgezeichnete „Herrschinger Kunstgruppe“ in pointierter Rede zu lobpreisen: Cristina Blank, Gesine Dorschner, Steffi Kieffer, Enno Müller-Spaethe, Stefanie Pietsch (bereits Trägerin des Starnberger Kunstpreises 2013), Monika Roll und Felix Maizet hätten durch ihre Ausstellungen in leerstehenden, abbruchreifen Häusern seiner Gemeinde laut Fach-Jury „für Events mit Kunsthappening-Charakter“ und „neue Formen der Kunstpräsentation“ gesorgt. „Besser hätte ich das auch nicht ausdrücken können“, sagte Schiller und vergaß nicht zu erwähnen, dass er selber „Opfer“ des Video-Künstlers Felix Maizet geworden war: Er ließ den Rathauschef unter der Überschrift „Schiller liest Goethe“ an allen möglichen und unmöglichen Orten seiner Gemeinde aus Reclam-Heften vortragen. „Wir werden’s wieder tun“, kündigte Enno Müller-Spaethe im Namen der Gruppe an.

Dr. Ute Schad, Autorin und Sozialwissenschaftlerin im Bereich soziokulturelle Projekte und langjährige Freundin der Kulturpreisträgerin Sabine Berr, die ein Preisgeld von 4000 Euro erhält, hatte sich in einem langen Vorgespräch auf ihre Laudatio vorbereitet und destillierte Berrs „künstlerisch Ernsthaftigkeit“ in den Worten: „Ihr großes Sujet ist die Natur und deren Formenvielfalt (…) Sie entdeckt ihre Motive dort, wo andere nichts sehen, ein Suchen und Finden der Schönheit in der Natur, ohne Verklärung und Postkartenidyll.“

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